Kosten nach unten geschraubt

Kassel Airport bleibt als Verkehrsflughafen erhalten

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Der Flughafen Kassel-Calden

Wiesbaden/Kassel - Der Kassel Airport hat die Vorgaben der Landesregierung nicht erfüllt. Und doch bleibt er Verkehrsflughafen. Das Land Hessen spricht von deutlich gesenkten Kosten, will diese künftig aber noch weiter nach unten schrauben.

Der defizitäre Kassel Airport bleibt als Regionalflughafen erhalten und wird nicht zum Verkehrslandeplatz zurückgestuft. Die Prüfung des hessischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums habe ergeben, dass die jährlich vom Land zu tragenden Kosten für den Flughafen in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden seien, teilte das Ministerium am Donnerstag in Wiesbaden mit. "Der Druck, der durch die Einsparvorgaben aus dem Koalitionsvertrag aufgebaut wurde, hat gewirkt", erklärten Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Der Flughafen ist seit dem Ausbau 2013 defizitär, zuletzt beliefen sich die roten Zahlen auf 6,18 Millionen Euro. Der Prüfung der externen Experten zufolge gibt das Land zum jetzigen Zeitpunkt indes mehr als 2,55 Millionen Euro weniger aus als noch 2014. Der Regionalflughafen rechnet bis Ende des Jahres mit über 70 000 Passagieren. Er ist damit weit von der prognostizierten halben Million Passagiere im Jahr 2024 entfernt. Im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen hessischen Landesregierung war festgelegt worden, dass der Airport in diesem Jahr auf den Prüfstand kommt. Im Raum stand im Zusammenhang damit auch eine Rückstufung als Verkehrslandeplatz.

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Trotz des hohen Fehlbetrags hatte der Airport 2016 seine Vorgaben erfüllt, da das Defizit im Jahresvergleich gesunken war. Das Defizit müssen die Gesellschafter des Airports entsprechend ihrer Beteiligung tragen. Das sind das Land Hessen (68 Prozent), die Stadt und der Landkreis Kassel (je 13 Prozent) sowie die kleine Gemeinde Calden (6 Prozent). (dpa)

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