Hessischer Verband gegen Fahrverbote

Kfz-Branche kämpft für Dieselmotor

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Symbolbild

Frankfurt - Das hessische Kfz-Gewerbe hat sich für eine Zukunft des Dieselmotors und gegen Fahrverbote in Städten ausgesprochen. Von Marc Kuhn 

„Der ultimative Angriff auf den modernen Diesel ist ein Fehler“, sagte Jürgen Karpinski, Präsident des Landesverbands Hessen des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, gestern in Frankfurt bei der Vorstellung der Bilanz 2017. „Der Elektromotor ist noch kein vollständiger Ersatz für den Verbrenner. “ Moderne Verbrennungsmotoren würden zur Sicherung der Mobilitäts- und Transportbedingungen „unbedingt“ benötigt.

„Fahrverbote, da mögen die angeblichen Umweltaktivisten noch so jubeln, führen zu tiefen Eingriffen in das kommunale Leben, in die kommunale Infrastruktur, in Arbeit und Wirtschaft einer betroffenen Stadt“, erklärte Karpinski weiter. „Deshalb sprechen wir uns klar gegen Fahrverbote aus.“ Auch eine blaue Plakette lehne der Verband ab, „denn eine weitere Kennzeichnung gleich welcher Art würde alle Autofahrer mit Diesel-Fahrzeugen ab Schadstoffklasse Euro 5 abwärts benachteiligen, ohne dass sie es zu verantworten haben“.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte entschieden, dass Städte Fahrverbote für Diesel aussprechen können. Der Verbandspräsident sagte zu der Entscheidung: „Keine Frage, das Urteil ist ein weiterer Dolchstoß für den Diesel.“

Das hessische Kfz-Gewerbe nahm zudem die Autobauer in die Pflicht. „Wir erwarten jetzt dringend eine Nachrüstverordnung für ältere Dieselfahrzeuge“, sagte Karpinski. „Würden sich die Fahrzeughersteller dem nicht vehement widersetzen, könnten Hardwarenachrüstungen bereits zu Kürze angeboten werden“, erklärte Karpinski. Pro Euro-5-Diesel-Fahrzeug rechne er mit Kosten zwischen 1200 und 1500 Euro. Moralisch seien die Hersteller weiterhin in der Pflicht, die entstehenden Kosten zu übernehmen.

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Der Wertverfall der Diesel-Fahrzeuge insbesondere in Ballungsgebieten sei dramatisch und bedrohe zahlreiche Autohändler in ihrer Existenz, erklärte Karpinski, der auch auf Bundesebene verantwortliche Verbandspräsident.

Zu den Bilanzzahlen sagte der Vizepräsident des Kfz-Verbands, Michael Kraft, der durchschnittliche Preis eines neuen Autos in Hessen lag 2017 bei 30.660 Euro. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

In Hessen sind im vergangenen Jahr 928.955 Pkw verkauft worden, fügte Karpinski hinzu. Das ist ein Plus von 0,8 Prozent. Davon waren 558.784 gebrauchte und 370.171 neue Fahrzeuge – Plus 4,6 Prozent für die Neuen, minus 1,5 Prozent für die Gebrauchten. Der Gesamtumsatz im hessischen Automarkt mit dem Verkauf von Autos und Lastwagen sowie mit dem Service ist um 2,4 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro gestiegen.

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