Angriffe mit Schad-Software erfolgen regelmäßig

Kliniken im Visier der Hacker

Wiesbaden - Hessische Krankenhäuser sind regelmäßig Hackerangriffen ausgesetzt. Dabei ist es bereits zu vorübergehenden Beeinträchtigungen des Krankenhausbetriebes gekommen. Zum Teil wurden Server der Kliniken beschädigt. Gesundheits- oder Patientendaten wurden jedoch nicht erbeutet. Von Michael Eschenauer

Dies hat Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) mitgeteilt. Er bezog sich auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Sommer. Die Analyse umfasst 44 hessische Krankenhäuser der offiziellen Versorgungsplanung. Zwölf davon meldeten zum Teil erfolgreiche Angriffe im Berichtszeitraum 2016 bis 2018. Die größte Bedrohung, so Grüttner, gehe von Ransomware aus. Diese Schad-Software kann digitale Prozesse beeinflussen, den Krankenhausbetrieb erheblich stören und sogar die Verschiebung von Operationen zur Folge haben.

Dabei werden über infizierte Dateianhänge von E-Mails Schadprogramme auf die angegriffenen Rechner aufgespielt und beim Öffnen der Datei aktiviert. Sie verschlüsseln die auf den Klinikrechnern gespeicherten Daten und machen sie dadurch unleserlich. Die Erpresser bieten gegen Lösegeld (englisch: ransom) einen Entschlüsselungscode an. Gezahlt wird direkt und anonym mit Bitcoins.

In der Region waren von IT-Angriffen mit Erpressungs-Software folgende Kliniken betroffen: Gesundheitszentrum Odenwaldkreis, Hospital zum Heiligen Geist, Frankfurt, sowie das Klinikum Hanau. Das Sana-Klinikum in Offenbach wurde nicht angegriffen.

Wie es in der Antwort weiter heißt, sind sich die Mitarbeiter der Krankenhäuser der zunehmenden Bedeutung wirksamer Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gebiet der Datentechnik bewusst. Das Thema habe angesichts der zunehmenden Vernetzung bei der Gesundheitsversorgung Priorität sowohl bei den Krankenhäusern selbst als auch bei der Landesregierung. Von Klinikseite werde kontinuierlich in die IT-Sicherheit investiert. Es herrsche Einigkeit darüber, dass bei vielen Krankenhäusern erhebliche Investitionen erforderlich seien.

Medizin kurios: Bei diesen Patienten staunt sogar der Arzt

Der Minister verweist auf den Strukturfonds für Krankenhäuser, der laut dem Koalitionsvertrag der Großen Koalition in Berlin für weitere vier Jahre in Höhe von einer Milliarde Euro jährlich weitergeführt werden soll. Hessen werde sich dafür einsetzen, dass von dieser Seite Geld für Investitionen in die IT-Sicherheit eingesetzt wird. Seit 2016 gebe es in Hessen ein beim Sozial- und Innenministerium angesiedeltes Notfall-Team (CERT Hessen), das die Kliniken unterstützt. Hessen zahle ferner sämtlichen Plankrankenhäusern eine Investionspauschale, die auch für eine Verbesserung der IT-Sicherheit eingesetzt werden kann.

Rubriklistenbild: © dpa

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