Gewalt in den Notaufnahmen

Kommentar zur Gewalt in den Notaufnahmen

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Sie beschimpfen und schlagen jene, die ihnen helfen wollen: Häufiger denn je eskaliert die Gewalt in Notaufnahmen. Aggressive Patienten oder Angehörige sind längst ein Riesenproblem. Von Peter Schulte-Holtey

Für viele Ärzte kommt die Entwicklung nicht überraschend. Denn die Notaufnahmen werden immer voller. Eine erstaunlich große Zahl von Patienten schätzt die Dringlichkeit der Behandlung falsch ein oder will nicht auf den Termin beim Facharzt warten. In den – vor allem am Wochenende – oft hoffnungslos überfüllten Wartesälen wächst dann angesichts der Enge das Aggressionspotential.

Wer nach Lösungen sucht, sollte also genau an dieser Stelle ansetzen. So könnte ein Ausweg aus der verfahrenen Situation durch die Einrichtung von Portalpraxen eröffnet werden. Krankenkassen und Ärzte fordern sie seit langem. Diese Anlaufstellen könnten tatsächlich als Schleusen dienen; sie leiten Patienten dann entweder in die niedergelassene Arztpraxis außerhalb des Krankenhauses oder in die ambulante Notdienstpraxis im Krankenhaus bzw. in die Notaufnahme der Klinik weiter.

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Wichtig ist auch mehr Aufklärung. Denn viele Menschen finden bei Dr. Google zu jedem harmlosen Symptom mindestens eine extrem bedrohliche Diagnose, rennen dann voller Angst zu jeder Tag- und Nachtzeit in die Notaufnahme. Und vor allem Menschen mit Migrationshintergrund kennen aus ihren Heimatländern das Hausarztsystem nicht. Vor allem sollten die Gegenmaßnahmen alsbald ergriffen werden. Es ist doch ein Unding und sollte für viel mehr Empörung sorgen, dass ausgerechnet Sanitäter, Ärzte und das Pflegepersonal bei der wertvollen Nothilfe Angst um ihre eigene Gesundheit haben müssen. Sie haben!

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