Erdogan Statue in Wiesbaden

Kommentar: Gold kann ja so hohl sein

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Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Jedenfalls dürfte niemand annehmen, die – inzwischen vom Sockel gestoßene – Statue Recep Tayyip Erdogans zur Wiesbaden-Biennale sei mit echtem Blattgold überzogen. Von Markus Terharn

Hingegen wetten wir darauf, was das Vier-Meter-Abbild des Türkendiktators mit dem Original gemeinsam hat: Es ist hohl. Interessant, dass die temporäre Installation sowohl dessen Fans provoziert (wegen angeblicher Verunglimpfung) als auch seine Gegner (weil ihn vermeintlich verherrlichend). Kann ein Kunstwerk mehr erreichen, als eine solch kontroverse Diskussion anzuregen? Wohl kaum.

In diesem Zusammenhang fällt uns ein früherer Bundeskanzler ein. Gerhard Schröder war’s, der sich vom deutschen Malerstar Jörg Immendorff mit goldfarbenem Kopf porträtieren ließ. Im Fall des SPD-Politikers sei eine gewisse Selbstironie unterstellt. Bei Erdogan, hätte er sein Konterfei autorisiert, ist das gewiss auszuschließen ...

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