Millionen Euro für kostenloses Internet

Kommentar: Lieber in ÖPNV investieren als in WLAN

Fünf Millionen Euro will der RMV investieren, um ab spätestens 2020 kostenloses WLAN in den Bahnen anbieten zu können. Doch sollte das Geld nicht erstmal in bessere Infrastruktur, günstigere Tickets oder mehr Personal investiert werden? Von Niels Britsch

Unpünktlichkeit, S-Bahnausfälle und teure Fahrkartenpreise, die auch noch regelmäßig erhöht werden: Es gibt genug Gründe, sich über den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu ärgern. Um Pendler im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zufriedener zu stellen, könnte der RMV in mehr Personal, bessere Infrastruktur oder günstigere Angebote investieren. Stattdessen sind fünf Millionen Euro für die Bereitstellung von kostenlosem Internet in den Bahnen vorgesehen. Doch ist das notwendig? Das Geld wäre sicher besser investiert, wenn der RMV erst einmal sein Angebot in Bezug auf Pünktlichkeit sowie gute und günstige Verbindungen verbessert.

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Was bringt den Fahrgästen kostenloses WLAN, wenn die Bahn mal wieder ausgefallen ist oder zu spät kommt? Zum Surfen im Internet haben die meisten Nutzer doch ohnehin ein eigenes Datenvolumen oder können spätestens Zuhause oder auf der Arbeit das Internet nutzen. Auch die regelmäßigen Preiserhöhungen sind angesichts des Investitionsvolumens von fünf Millionen Euro für Gratis-WLAN mehr als ärgerlich, letztendlich zahlen die Fahrgäste für das kostenlose Surfvergnügen einzelner Kunden.

Um für Pendler das RMV-Angebot attraktiver zu machen, wären Investitionen in die Kernaufgaben des ÖPNV wichtiger als in Gratis-WLAN.

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Rubriklistenbild: © dpa

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