Nach Attacken

Kommentar: Strengere Regeln für Hundehalter

Egal ob Tretminen, Leinenpflicht, Giftköder oder Beißattacken: Das Thema Hunde wird in der Öffentlichkeit besonders emotional diskutiert. Mit den jüngsten Beißattacken - auch bei uns in der Region - bekommt es eine zusätzliche Brisanz. Von Niels Britsch

Erst beißt der Staffordshire-Mischling Chico seine Besitzer tot, dann folgt in Hessen eine tödliche Attacke eines Hundes auf ein Baby, und erst heute greift ein freilaufender Hund ein Kind auf einem Spielplatz an. Berichte über solche Attacken häufen sich momentan und heizen eine ohnehin aufgeladene Debatte zusätzlich an. Dabei ist die große Mehrzahl der Hunde friedlich und ihre Halter sind meist vernünftig.

Doch leider gibt es auch einige Herrchen und Frauchen, die mit ihrem Verhalten dem Ruf aller Hundehalter schaden - seien es die Tretminen auf Gehwegen oder die "Der will doch nur spielen"-Fraktion. Auch Hunde, die in der Brut- und Setzzeit Wildtiere zu Tode jagen, sorgen immer wieder für öffentliche Aufregung. Besonders dämlich sind übrigens jene Hundebesitzer, die zwar die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in eine Plastiktüte packen, diese jedoch anstatt in einen Mülleimer zu schmeißen, auf dem Gehweg oder in der Natur liegen lassen.

Dass dann wiederum besonders unsoziale oder fehlgeleitete Hundehasser Giftköder auslegen, um Hunde zu verletzen oder gar zu töten, ist nur die unfassbare Spitze des Eisberges eines vollkommen aus dem Ruder laufenden Streits. Ausdruck dieser emotionalen Debatte sind die Morddrohungen gegen den Betreiber des Tierheims, in dem Chico nach den tödlichen Bissen untergebracht wurde. Und auch die Mahnwache für den Staffordshire-Mischling ist völlig unverhältnismäßig und kaum nachzuvollziehen, denn die Behörden hatten kaum eine andere Wahl, als den Hund einzuschläfern. In solchen Fällen nimmt der Tierschutz meist irrationale Züge an, denn die selbst ernannten Tierfreunde setzen sich für andere Lebewesen nicht mit der gleichen Vehemenz ein wie für Hunde, etwa für totgefahrene Wildtiere, für aussterbende Bienen oder gegen Massentierhaltung. Das Phänomen beschränkt sich also auf den besten Freund des Menschen, doch hier müsste die Debatte versachlicht werden. Hilfreich wäre sicher, die Unterscheidung in "Kampfhunde" und "normale" Vierbeiner aufzuheben, denn jeder Hund kann aggressiv sein, wenn seine Besitzer ihn schlecht erzogen haben. Bei größeren oder kräftigeren Hunden sind Attacken natürlich gefährlicher, was bestimmte Rassen allerdings nicht zu Kampfhunden macht, sondern deren Besitzer zu unfähigen Haltern.

Hundebesitzer müssen deswegen strenger kontrolliert und bei Fehlverhalten ihrer Tiere sanktioniert werden, sei es durch einen Hundeführerschein, regelmäßige Wesenstests der Tiere oder harte Strafen für die Halter, wenn diese sich nicht an die Regeln halten. Und natürlich müssen Hundehasser, die mit Giftködern andere Lebewesen vorsätzlich umbringen wollen, besonders hart bestraft werden.

Leserbilder zum Hundetag (Teil 1)

Rubriklistenbild: © dpa

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