Es muss richtig wehtun

Kommentar zu Strafen für Raser

Rücksichtsloses Rasen auf unseren Straßen ist kein Kavaliersdelikt. Das hat der Gesetzgeber ja zuletzt deutlich gemacht.  Von Peter Schulte-Holtey 

Im Herbst machte der Bundesrat den Weg für schärfere Strafen im Kampf gegen illegale Autorennen frei; wird dabei jemand schwer verletzt oder getötet, drohen den Verursachern jetzt bis zu zehn Jahre Haft. Vielen Politikern ist offenbar klar geworden: Alles andere als eine Gefängnisstrafe für Menschen, die durch ihr rücksichtsloses Verhalten das Leben anderer aufs Spiel setzen, ist mit dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Bundesbürger nicht zu vereinbaren.

Die Frage ist nun, ob Extrem-Raser nicht grundsätzlich noch härter bestraft werden sollten. Es sollte doch klar sein: Wer offenen Auges Leib und Leben seiner Mitmenschen riskiert, hat am Steuer nichts verloren. Wer zum Beispiel mit 160 Kilometern pro Stunde durch Baustellen rast, der hat mehr verdient als eine Geldbuße und ein paar Monate Fahrverbot!

Hintergrund: Polizei bekämpft Autobahnraser mit Spezialautos

Zumindest braucht es eine weitaus höhere Präsenz der Polizei, mehr Tempolimits und eine größere Zahl moderner elektronischer Verkehrsüberwachungsanlagen an unfallträchtigen Straßenabschnitten. Denn die schärfsten Gesetze nützen nichts, wenn niemand mit der notwendigen Energie überwacht, ob sie auch eingehalten werden.

Dabei sollten sich auch Hessens Polizisten nicht nur auf die Autobahnen im Land konzentrieren. Die Verkehrsunfallstatistiken zeigen ja regelmäßig, dass Raser, gerade auf Landstraßen die Hauptursache für Unfälle mit Toten und Schwerverletzten sind.

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