Kräftiges Zubrot dank Nebenjobs

Hessische Landtagsabgeordnete verdienen bis zu 1 Million Euro

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Spitzenreiter beim Verdienst: CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Boddenberg

Wiesbaden - Die Zahlen beziehen sich auf die veröffentlichungspflichtigen Angaben. Abgeordnete müssen demnach Nebeneinkünfte von mehr als 1000 Euro pro Monat oder 10.000 Euro im Jahr anzeigen. Von Daniel Göbel 

Der größte Teil von Hessens Parlament kommt allerdings ohne Nebeneinkünfte aus. So gaben 20 Abgeordnete an, im vergangenen Jahr Nebeneinkünfte erzielt zu haben, bei 90 Abgeordneten ist dies nicht der Fall.
Das entspricht einem Anteil von 22 Prozent. Spitzenreiter unter den Nebenverdienern sind die Abgeordneten der CDU. Allein zehn der 20 Betroffenen stammen aus der Unionsfraktion. Die SPD ist mit fünf Nebenverdienern vertreten, die FDP mit drei sowie Linke und Grüne mit jeweils einem Abgeordneten. Bedenkt man allerdings, dass die FDP mit gerade einmal sechs Abgeordneten im Landtag vertreten ist, ergibt sich, dass die Hälfte von ihnen Nebeneinkünfte erzielt.

Diese Nebeneinkünfte addieren sich zu den üblichen Abgeordneten-Diäten. Diese steigen zum 1. Juli um 2,2 Prozent auf 7729 Euro monatlich. Bisher waren es 7562 Euro. Für den Landtagspräsidenten, die fünf Vizepräsidenten und die fünf Fraktionsvorsitzenden gibt es höhere Diäten. Mit der Aufwandspauschale für Büromaterial und anderes kommen 589 Euro steuerfrei hinzu.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Die Spitzenverdiener unter den Abgeordneten sind der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Boddenberg und der CDU-Abgeordnete Clemens Reif. Seit 2005 ist der 58-jährige Boddenberg geschäftsführender Gesellschafter der J.A. Heyne GmbH. Sein zusätzliches Einkommen daraus beträgt zwischen 75.000 und 100.000 Euro jährlich. Der 69-jährige Clemens Reif gab an, durch Funktionen in Unternehmen und Verwaltungsräten im vergangenen Jahr zwischen 65.000 und 105.000 Euro verdient zu haben.

Die genauen Einkünfte lassen sich nicht einsehen. Die Einkommen werden in unterschiedlichen Stufen mit verschiedenen Geldspannen angegeben. Dies erlaubt die Einschätzung von bis zu 1,04 Millionen Euro. Die meisten Abgeordneten erzielten Nebeneinkünfte zwischen 14.000 und 42.000 Euro pro Jahr. Sie stammen aus Anwaltstätigkeiten, Beratungen und aus Mitarbeit in Aufsichtsräten.

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