Landeskriminalamt informiert:

Täter greifen in Hessen immer öfter zum Messer

Wiesbaden - Die Zahl der Messerangriffe in Hessen steigt. Elf Menschen verloren vergangenes Jahr ihr Leben, weil sie mit einer Klinge attackiert wurden. In Wiesbaden wird derzeit über die Einrichtung einer Waffenverbotszone diskutiert.

Fast 1200 Mal wurde in Hessen vergangenes Jahr ein Messer gezückt, um Menschen zu verletzen, zu berauben oder gar zu töten. Das Landeskriminalamt (LKA) zählte insgesamt exakt 1194 Messerattacken. 2016 waren es 1116 und 2012 noch 970 Fälle gewesen, wie LKA-Sprecher Max Weiß am Mittwoch sagte. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. In 852 Fällen handelte es sich 2017 laut LKA um gefährliche Körperverletzungen, wobei diese nur in 280 Fällen auf öffentlichen Straßen und Plätzen verübt wurden. Die Polizei ermittelte in 121 Fällen von versuchtem oder vollendetem Mord und Totschlag. 2017 starben im Land elf Menschen aufgrund von Messerangriffen. 2016 töteten Messer neun Menschen, 2012 gab es 14 Tote.

Die Polizei ermittelte 2017 insgesamt 1338 Tatverdächtige, von denen 591 einen deutschen Pass hatten. Wie viele dieser Verdächtigen einen Migrationshintergrund hatten, wird laut Weiß statistisch nicht erhoben. Von den anderen Tatverdächtigen waren unter anderem 117 aus Afghanistan, 111 aus der Türkei, 74 aus Syrien und 45 aus Somalia. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen betrug laut LKA insgesamt knapp 56 Prozent. Die Nationalität der Opfer wird vom LKA indes nicht aufgeschlüsselt, wie Weiß erklärte. Allerdings sei davon auszugehen, dass auch viele Opfer ausländischer Herkunft seien. Es komme oft zu Streitigkeiten unter Zuwanderern.

Die Opfer von Messerangriffen sind laut LKA meist männlich. 2017 waren von den insgesamt 1404 Opfern 1062 Männer und lediglich 342 Frauen. 160 Opfer wurden schwer verletzt. 2016 betrug die Zahl der Schwerverletzten noch 132. 2012 erlitten 124 Opfer schwere Verletzungen. Die Chancen, Täter zu erwischen, stehen gut: Die Aufklärungsquote betrug 2017 rund 93 Prozent. 2016 wurden 91 Prozent der Messerangriffe aufgeklärt, 2012 waren es ebenfalls 91 Prozent.

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

Angesichts der steigenden Zahl von Messerangriffen fordert beispielsweise die Junge Union in Wiesbaden eine sogenannte Waffenverbotszone. In der Landeshauptstadt wird seitdem über eine solche Zone diskutiert, wie es sie etwa in Bremen, Kiel und Hamburg schon gibt. Der Polizeipräsident des in Wiesbaden ansässigen Polizeipräsidiums Westhessen, Stefan Müller, hatte während der Vorstellung der Kriminalstatistik Ende Februar mitgeteilt, er könne sich die Einführung einer solchen Zone durchaus vorstellen. (dpa)

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