Prozess in Hanau

Mord mit Spiritus? Lebenslänglich für Ex-Anwalt gefordert

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Der Ex-Rechtsanwalt soll seine Frau getötet haben.

Hanau - Im Hanauer Prozess wegen Mordes mit brennendem Spiritus an einer Frau sind die Plädoyers gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch vor dem Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Ehemann, einen ehemaligen Hanauer Rechtsanwalt. Die Verteidigung hingegen forderte einen Freispruch.

Der angeklagte Deutsche (49) gab im Prozess-Verlauf an, dass er seine Frau (52) mit den Brandverletzungen vorgefunden habe, als er am 21. März abends nach Hause kam. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch überzeugt, dass der Mann seine Frau zusammengeschlagen, mit Spiritus übergossen und angezündet habe. Sie starb Tage später im Krankenhaus. Die Verteidigung befand: Niemand, der seine Frau töten wolle, wähle danach den Notruf, wie es der Angeklagte getan habe. Zudem seien in der Wohnung Spuren gefunden worden, die nicht eindeutig zu zuordnen seien. Möglich sei: Ein unbekannter Dritter habe die Tat begangen. Oberstaatsanwalt Dominik Mies widersprach der Verteidigung: Die Tat des Angeklagten sei zweifelsfrei festgestellt und nachgewiesen. Als der Ehemann den Notruf alarmierte, habe er Täterwissen durchblicken lassen, in dem er von Brandverletzungen sprach.

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Mies bilanzierte: "Es war eine bestialische, an Grausamkeit kaum zu überbietende Tat." Der Angeklagte sei ein "notorischer Lügner", unzufrieden mit seiner alkoholkranken Frau und deren Erscheinungsbild gewesen. Blutspuren in der Wohnung und im Treppenhaus deuteten zudem auf eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten hin. Ein unbekannter Dritter hätte sein Opfer auch nach der Tat nicht geduscht und ihre Kleidung zum trocknen aufgehangen. Zweifel an der Version des Angeklagten hatten auch bereits Gutachter angemeldet. (dpa)

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