Prozess in Limburg

Lebenslange Haft für mutmaßlichen Polizistenmörder gefordert

Limburg - Für den Mord an einem Polizeibeamten soll ein 28-Jähriger nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang in Haft. Im Prozess hat das Landgericht Limburg heute die Beweisaufnahme geschlossen. Noch am Freitag war die Verhandlung wegen neuer Beweisanträge ins Stocken geraten.

Für den Mord an einem Polizeibeamten soll der 28-jährige Angeklagte lebenslang in Haft. Das forderte die Staatsanwaltschaft heute. Der Angeklagte habe "unfassbar grausam" und aus "abgrundtiefem Hass auf Polizisten" gehandelt, sagte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Limburg. Er forderte zudem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Außerdem solle die Anordnung der Sicherungsverwahrung vorbehalten bleiben. Der Angeklagte soll an Heiligabend 2015 am Bahnhof von Herborn in Mittelhessen einen 46 Jahre alten Beamten erstochen und dessen ein Jahr älteren Kollegen schwer verletzt haben. Die Anklage geht daher neben Mord unter anderem auch von versuchtem Mord sowie gefährlicher Körperverletzung aus.

Die ersten Plädoyers waren ursprünglich bereits am Freitag erwartet worden. Doch die Verteidigung hatte noch Klärungsbedarf und stellte mehrere Beweisanträge, die das Gericht größtenteils aber ablehnte. Auch einen Beweisantrag seitens der Nebenklage heute wiesen die Richter zurück. Das Landgericht verhandelt den Fall seit Anfang Juni. Der Angeklagte will wegen schwieriger Sichtverhältnisse die Opfer nicht als Beamten erkannt haben. Er habe einen Angriff von Rockern befürchtet und sich bedroht gefühlt. Um die Lichtverhältnisse zu überprüfen, hatte das Landgericht Ende September den Tatort besucht. (dpa)

Prozess um tödlichen Messerangriff auf Polizisten

Rubriklistenbild: © dpa

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