Nach Razzia

Mafia-Verdächtige in Hessen sind Italiener - Auslieferung geplant

Crotone/Wiesbaden/Kassel - Die elf in Deutschland gefassten Mafia-Verdächtigen sollen schnellstmöglich nach Italien überstellt werden.

"Es gibt noch keinen genauen Termin, aber es sollte nicht lange dauern", sagte ein Sprecher der Carabinieri im süditalienischen Crotone in Rom. Die fünf in Hessen festgenommenen Männern sind unterdessen dem Haftrichter vorgeführt worden. Sie säßen nun in verschiedenen Justizvollzugsanstalten, erklärte ein Sprecher der Kasseler Polizei.

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Bei den fünf Verdächtigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis handelt es sich laut Ermittlern um italienische Staatsangehörige. Gegen die Männer sei bereits vor der Razzia am Dienstag ermittelt worden, sagte der Polizeisprecher. Die nun bei den Durchsuchungen gefundenen Beweise würde bei einzelnen weitere Strafverfahren nach sich ziehen. Maßgeblich seien aber die internationalen Ermittlungen gegen die Verdächtigen. Diese gingen den deutschen Verfahren vor.

Bei einer Razzia gegen die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta in mehreren deutschen Bundesländern hatte die Polizei am Dienstag elf mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Die Verdächtigen sind laut Bundeskriminalamt zwischen 36 und 61 Jahre alt und wurden in Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen sowie Nordrhein-Westfalen gefasst. Ihnen wird unter anderem Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.

Das sind die Gesichter der Mafia

Die italienischen Ermittler hatten bei den deutschen Behörden um Rechtshilfe gebeten. Gegen die in Deutschland Festgenommenen lagen dem BKA zufolge EU-Haftbefehle vor. Die Aktion in Deutschland stand in Zusammenhang mit einer Razzia gegen den 'Ndrangheta-Clan Farao-Marincola, bei der dort ebenfalls am Dienstag rund 160 mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen wurden. (dpa)

Schlag gegen die Mafia in Deutschland und Italien

Rubriklistenbild: © dpa

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