Zahlen weltweit steigen

Masern-Infekte: Ärzte warnen vor Nachlässigkeit

Offenbach – Weltweit steigt die Zahl der Masern-Erkrankungen rasant an. In Deutschland wird aber vorläufig noch Entwarnung gegeben.

Nach Angaben der Landesärztekammer Hessen ist bundesweit die Impfquote bei Schulanfängern für beide Masernimpfungen in den letzten zehn Jahren konstant gestiegen. Bei der ersten Masernimpfung beträgt die Durchimpfungsquote demnach 97 Prozent. Während die Impfquote für die zweite Masernimpfung deutschlandweit bei 93 Prozent liegt, beläuft sie sich in Hessen auf 94 Prozent. Edgar Pinkowski, Präsident der Landesärztekammer, sagte gestern dazu: „Am Beispiel Hessens, wo die Zahl der Erkrankungen 2018 auf 25 Fälle gegenüber 76 im Jahr 2017 zurückgegangen ist, wird deutlich, wie wichtig gezielte Aufklärung ist, um die Akzeptanz von Impfungen in der Bevölkerung zu erhöhen.“.

Das UN-Kinderhilfswerk hatte jetzt wegen der rasant steigenden Zahl von Masernfällen in einigen Weltregionen Alarm geschlagen. Allein in den ersten Wochen dieses Jahres hätten sich 24.000 Menschen in der Ukraine mit dem gefährlichen Virus angesteckt und fast 13.000 auf den Philippinen, hieß es. In 98 Ländern nahm die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr zu, wie Unicef erklärte. Dabei sind zehn Staaten für drei Viertel des Anstiegs verantwortlich, darunter mit Frankreich auch einer der reichsten Industriestaaten, wo die Krankheit leicht zu vermeiden wäre.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2017 rund 110.000 Menschen an den Masern, die meisten von ihnen waren Kinder unter fünf Jahren. Für einen wirksamen Schutz müssen es mindestens 95 Prozent sein. Die Weltgesundheitsorganisation nennt zwei Hauptursachen für niedrige Impfraten. Viele Menschen in abgelegenen Gebieten oder in Konfliktregionen seien für Impfteams schwer oder überhaupt nicht zu erreichen. Zudem habe das Vertrauen in die Immunisierung abgenommen.

Der Vertrauensschwund sei auch durch gezielte Desinformation verursacht. Die Masern sind eine schwere Infektionskrankheit und werden durch Viren übertragen. Es kommt zu hohem Fieber, Schnupfen, Husten sowie Hautausschlag. (psh/epd)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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