Mehr Engpässe auf Autobahnen

Schon 200 Baustellen und weiter großer Sanierungsbedarf

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Symbolbild

Frankfurt - Um marode Autobahnen zu sanieren, wird in Hessen immer mehr gebaut. Laut Hessen Mobil wird sich das in den nächsten Jahren auch nicht ändern. Noch mehr Baustellen können aber nicht eingerichtet werden. Von einem drohenden Verkehrskollaps ist bereits die Rede.

Hessens Autofahrer stehen allzu oft im Stau. Derzeit sind landesweit etwa 190 Baustellen auf den Autobahnen eingerichtet. „Mehr geht nicht“, sagt Martin Heiserholt von Hessen Mobil – aber es gibt auch keine Entwarnung für die Zukunft. Seiner Einschätzung nach ist zu erwarten, „dass sich der Bundesfernstraßenhaushalt in den nächsten Jahren weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen wird“. Die Zahl der Autobahnbaustellen werde sich daher nicht verringern. Alleine auf der A3 von Offenbach bis nach Limburg sind derzeit 13 größere und kleinere Baustellen eingerichtet, die den Berufsverkehr im Rhein-Main-Gebiet teilweise massiv behindern. Insgesamt gibt es fast 70 Baustellen allein im Rhein-Main-Gebiet. Hessen Mobil hat in den Jahren 2015 bis 2017 jedes Jahr rund 200 Baustellen auf den Autobahnen eingerichtet, wie Heiserholt weiter ausführt. Da diese eine jeweils unterschiedliche Dauer haben und zu verschiedenen Zeiten eingerichtet sind, gab es jedoch nie exakt 200 Baustellen zur gleichen Zeit.

Laut Heiserholt ist es nicht möglich, die Zahl der Baustellen weiter zu erhöhen, ohne dass die Verkehrsprobleme noch massiver werden. Zudem wird auch Hessen Mobil an Kapazitätsgrenzen stoßen. Heiserholt weist darauf hin, dass die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen 20 Jahren von einst 5000 auf zwischenzeitlich 3000 gesenkt wurde. „Es wurden mittlerweile neue Mitarbeiter eingestellt“, sagte er und fügte noch an: „Die Trendwende ist da“. Hinzu kommt, dass die Projektmanagementgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH) einen Teil der Baustellen übernommen hat.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Bundesweit hat die Zahl der Baustellen auf Autobahnen im Schnitt um 15 Prozent zugenommen, teilte das hessische Verkehrsministerium auf Anfrage des FDP-Abgeordneten Jürgen Lenders mit. Zudem fahren mehr Autos auf den hessischen Autobahnen. Laut Verkehrsministerium waren vergangenes Jahr jeden Tag 66.000 Fahrzeuge auf den Autobahnen unterwegs; 2013 waren es noch 63.000.

Dementsprechend lange standen die Hessen dann auch im Stau: 2016 verbrachten Autofahrer insgesamt 31.600 Stunden wartend auf den Autobahnen, weil es nicht voran ging. 2014 waren es noch 25.700 Stunden gewesen. Damit liegt das Land im Bundestrend. Laut ADAC hat die Zahl der Staus vergangenes Jahr deutschlandweit um rund ein Fünftel zugenommen. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht. (dpa)

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