Mehr Schutz für Familien von Polizisten

Polizeigewerkschaft DPolG: Kennzeichnungspflicht bei Einsätzen abschaffen 

Wiesbaden -  Die Häufung von Gewalttaten gegen Polizeibeamte – auch im persönlichen Bereich – schlägt in Hessen Wellen.

„Wenn das Privatleben von Polizeibeamten und deren Familien gefährdet und bedroht wird, ist die Grenze deutlich überschritten“, sagte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, Lars Maruhn, und forderte Gegenmaßnahmen.

Er reagierte auf Berichte über gelöste Radmuttern am Privatwagen eines Polizisten bei Herborn, die Bedrohung eines mit Abschiebungen befassten Bundespolizisten, den Anschlag auf einen Wagen der Polizeigewerkschaft und auf den Aufmarsch von Vermummten vor dem Privathaus eines Polizisten in Niedersachsen.

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Um der Spirale von Gewalt und Bedrohungen – auch gegen Familien der Polizisten – entgegenzutreten, fordert die Polizeigewerkschaft in Hessen die Abschaffung der umstrittenen Kennzeichnungspflicht für Beamte im Einsatz. Sinnvoll sei auch die automatische Sperrung der Einwohner- und Fahrzeugmeldedaten von Polizeibeamten.

Innenminister Peter Beuth (CDU) kündigte Konsequenzen an. „Um auch die Angehörigen und die Privatsphäre von Polizeibeamten noch besser zu schützen, werden wir weitere gesetzliche Verschärfungen prüfen; denn auch wer die Familie eines Polizisten einschüchtert, zielt damit auf den Rechtsstaat und unser Gemeinwesen“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.

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Der „unfassbare Vorfall“ in Niedersachsen stelle eine geschmacklose Grenzüberschreitung und einen Angriff gegen den Rechtsstaat und seine Vertreter dar, fügte er hinzu. Zur Diskussion über Namensschilder sagte er: „Bisher ist es beim Tragen der Kennzeichnungen im Einsatz zu keinen nennenswerten Problemen gekommen.“ (psh)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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