Im Bundesland arbeiten 3,3 Millionen Menschen 

Mehr Arbeitsplätze in Hessen, aber auch zunehmender Fachkräftemangel

Frankfurt - Die Anzahl der Arbeitsplätze in Hessen wächst und wächst. 2017 setzte sich das Beschäftigungswachstum weiter fort. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel.

Die Anzahl der Arbeitnehmer sei Mitte des vergangenen Jahres auf fast 3,3 Millionen gestiegen, teilte die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit gestern in Frankfurt mit. „Dies entspricht einem Zuwachs von rund drei Prozent im Vorjahresvergleich.“

Im Laufe der ersten sechs Monate des vergangenen Jahres stellten 34 Prozent der hessischen Betriebe Personal ein. Damit wurden rund 199.000 Beschäftigte neu unter Vertrag genommen. „Die Zahl der beendeten Beschäftigungsverhältnisse fiel mit 169.000 deutlich kleiner aus, sodass sich das Beschäftigungswachstum in Hessen weiter fortsetzen konnte.“

Öfter als in den Vorjahren seien Stellen unbesetzt geblieben, erklärte die Regionaldirektion. Es habe 42.000 freie Stellen in Betrieben gegeben, die zwar Einstellungen vorgenommen haben, aber gerne mehr Arbeitsplätze geschaffen hätten.

„Darüber hinaus blieben 13.000 Stellen in Betrieben unbesetzt, die trotz Suche nach Arbeitskräften überhaupt keine Einstellung vornehmen konnten.“ Insgesamt seien so rund 55.000 Arbeitsstellen nicht besetzt worden. Das entspricht einer Steigerung um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei den offenen Stellen wider. 23 Prozent der hessischen Unternehmen gaben an, dass sie sofort Arbeitskräfte einstellen würden. „Das bedeutet hochgerechnet 89.000 gesuchte Arbeitnehmer. Dies ist im langjährigen Vergleich die mit Abstand höchste Nachfrage.“ Drei von vier offenen Stellen setzten eine Ausbildung oder einen Hochschulabschluss voraus. Damit hat der Anteil offener Arbeitsplätze für qualifizierte Tätigkeiten im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen.

Wenn Handwerker das Handwerk verlassen

2017 war jeder dritte Beschäftigte in Teilzeit tätig, davon waren vor allem Frauen betroffen, wie die Regionaldirektion berichtete. Etwa drei von vier in Teilzeit Beschäftigten waren weiblich. Die Teilzeitquote der Frauen lag unverändert bei über 50 Prozent – die der Männer lediglich bei 16 Prozent. (ku)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture alliance/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare