Landgericht glaubt ihm nicht

Misshandlungsprozess: Vater zu zwei Jahren Haft verurteilt

Wiesbaden - Ein 32 Jahre alter Vater aus Wiesbaden soll seine kleine Tochter so stark geschüttelt haben, dass sie bleibende Schäden davongetragen hat. Im Misshandlungsprozess wurde der Mann zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Wiesbadener Landgericht setzte die Strafe nicht zur Bewährung aus, da sich der Angeklagte uneinsichtig gezeigt habe.

Im Prozess um die Misshandlung seiner dreimonatigen Tochter hat der Vater vor dem Wiesbadener Landgericht bestritten, seine Tochter massiv geschüttelt zu haben. Als das Baby mit Krämpfen aufgewacht sei, habe er sofort seine Frau und den Notarzt angerufen, sagte der 32-Jähriege zum Prozessauftakt am Donnerstag. Dies glaubte ihm das Gericht nicht und verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft. Der Mann sei "überfordert" gewesen und habe das Baby so fest geschüttelt, dass es motorische Schäden und schwere bleibende Sehstörungen erlitt.

Der Vorfall hatte sich im April 2016 in einer Wiesbadener Wohnung ereignet, als der Angeklagte alleine mit den zwei Kindern der Familie zuhause war. Die Mutter des kleinen Mädchens schilderte den Angeklagten als liebevollen Vater. Das Paar, das noch ein zweites gemeinsames Kind hat, hat sich mittlerweile getrennt.

Die Ärztin eines Wiesbadener Krankenhauses alarmierte seinerzeit die Polizei, nachdem sie das Baby nach dem Zwischenfall untersucht hatte. Sie habe schwere Einblutungen diagnostiziert, die auf ein Schütteltrauma hindeuteten, sagte die Frau vor Gericht. Das Kind lebt nach Angaben der Eltern mittlerweile in einer Pflegefamilie.

Wie schwer die Beeinträchtigung des Mädchens künftig tatsächlich ist, kann wegen des geringen Alters derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, da die Tat dem 32-Jährigen nicht zweifelsfrei hätte nachgewiesen werden können.

(dpa)

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