700 neue Sozialarbeiter

Zweifel an Hessens Schulplänen

Wiesbaden/Offenbach - In Hessen sollen in den nächsten zwei Jahren 700 Sozialarbeiter eingestellt werden, um die Sozialarbeit an Schulen zu stärken. Von Peter Schulte-Holtey

Kommt die Extra-Hilfe aber tatsächlich an – und reicht sie mit Blick auf den tatsächlichen Bedarf? Lehrer und die SPD haben Zweifel. Sozialarbeiter sind an Schulen wichtiger denn je. Daher schafft die hessische Landesregierung 700 zusätzliche Stellen. Bei der Vorstellung des Doppelhaushalts 2018/19 stellten die Regierungsfraktionen CDU und Grüne gestern einen entsprechenden Vorstoß vor. Umgehend wurden Zweifel und Kritik laut.

Kommentar zu Plänen für Hessens Schulsozialarbeit

„Nun kommt es darauf an, dass die Stellen vernünftig – also bedarfsgerecht – verteilt und tatsächlich besetzt werden können“, sagte Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Als zusätzliches Problem sieht der Lehrerverband die unterschiedlichen Zuständigkeiten: Das pädagogische Personal, das im inklusiven Unterricht tätig ist, wird demnach zum Teil via Lehrerzuweisung vom Land zugeteilt, aber auch über lokale Schulträger (zum Beispiel Schulsozialarbeit in den Kreisen) und örtliche Sozialhilfeträger (zum Beispiel Teilhabeassistenzen). Lehrerverbandschef Wesselmann warnt: „Die Frage der Zuständigkeiten bringt in der Praxis leider häufig durch Kompetenzgerangel hohe Reibungsverluste mit sich.“ Deshalb sollten Strukturen geschaffen werden, dass „die zusätzlichen Ressourcen tatsächlich bei den Schülern ankommen und nicht im System verpuffen“.

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Gegenwind für das Programm von CDU und Grünen kommt aus der Opposition im hessischen Landtag. Die Pläne zur Schulsozialarbeit seien „zu zaghaft und zu mutlos“, kritisiert der SPD-Abgeordnete Marius Weiß. Bislang habe die Regierung entsprechende SPD-Forderungen mit dem Hinweis abgelehnt, Schulsozialarbeit sei allein Sache der Städte, Gemeinden und Landkreise und müsse deswegen auch allein von diesen bezahlt werden. Unklar sei nun unter anderem, wie der zusätzliche Bedarf überhaupt ermittelt wurde.

Rubriklistenbild: © dpa

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