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Giftige Nosferatu-Spinne breitet sich Hessen aus: So gefährlich ist sie für uns

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Von: Jan Oeftger

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Spinnen sorgen bei vielen Menschen für Ekel. Einen besonderen Schrecken könnte die giftige Nosferatu-Spinne auslösen, die sich jetzt auch in Hessen verbreitet.

Kassel – Auch ohne dass sie giftig sind, sorgen Spinnen bei einigen Menschen für Unruhe. Giftige Spinnen verortet man dann eher in fernen Ländern, vor allem in Afrika oder Südamerika. Doch mit der Nosferatu-Spinne breitet sich gerade auch in Deutschland eine giftige Spinne immer weiter aus. Auch in Hessen wurde die Spinne schon gesichtet, nach Angaben der Hessenschau unter anderem in Bürstadt, Einhausen und Griesheim. Aber wie gefährlich sind diese Spinnen für den Menschen wirklich?

Die giftige Nosferatu-Spinne gehört der besonderen Art der Kräuseljagdspinnen an. Diese bauen nicht, wie für andere Spinnen üblich, ein Fangnetz. Stattdessen produzieren sie einen Kräuseljagdfaden. Ihre Beute verfolgen sie zunächst, bevor sie sich auf sie stürzen. Die Kräuselfäden sind nicht für ihre Beute vorgesehen. Vielmehr werden die 20 bis 50 Eier in ein Gewebe eingebunden und sollen dadurch geschützt werden. Das Gespinst ist etwa in der Größe eines 2-Euro-Stückes, wie das Naturkundemuseum Karlsruhe erklärt.

Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland immer weiter aus.
Die giftige Nosferatu-Spinne breitet sich auch in Hessen immer weiter aus. © membio/imago

Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus: Die wichtigsten Merkmale

NameNosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana)
AuftretenMittelmeergebiet; neuerdings immer häufiger in Deutschland
HauptpaarungszeitHerbst
Lebenserwartungein Jahr; bei Weibchen bis 1,5
Körperlänge mit Beinspannweitesechs bis sieben Zentimeter
Aussehenauf der Vorderseite ist ein Vampirgesicht zu erkennen

Nosferatu-Spinne: Wie gefährlich ist sie für den Menschen?

Ein Biss der Nosferatu-Spinne ist auch für den Menschen nicht vollkommen harmlos. Durchdringt der Biss die Haut, kann die Spinne Gift abgeben. Vom Empfinden her sei der Schmerz jedoch geringer als bei einem Wespenstich. An der Bissstelle kann eine Hautrötung und Schwellung entstehen, die sich mehrere Tage hält, erklärt das Naturkundemuseum Karlsruhe. Grundsätzlich würden die Spinnen aber nur beißen, wenn sie sich in einer Gefahrensituation befinden.

Der NABU NRW macht darauf aufmerksam, dass man Spinnen lebendig aus dem Haus bringen sollte. Bei der Beseitigung sei es wichtig, die Achtbeiner nicht zu töten, da diese eine wichtige Aufgabe in der Natur haben. Die Nosferatu-Spinne sollte wegen ihres Giftes jedoch besser mit einem Glas und nicht mit der bloßen Hand ins Freie gebracht werden. Wer verhindern möchte, dass sich Spinnen in der eigenen Wohnung einnisten, kann dies mit einfachen Mitteln bewerkstelligen.

Giftige Nosferatu-Spinne 2005 das erste Mal in Deutschland entdeckt

Die Nosferatu-Spinne wurde nach Information des NABU 2005 das erste Mal in Deutschland entdeckt. Zuvor wurden sie eher dem Mittelmeergebiet zugeordnet. Dort leben sie zumeist im Wald und verstecken sich unter Steinen oder Rinde. In Deutschland, wo sie zuletzt immer häufiger gesichtet wurden, halten sie sich meistens in Innenräumen auf, da es für sie draußen zu kalt wäre. Ihren Namen hat die Spinne erhalten, da man auf dem Vorderkörper das Gesicht eines Vampirs erkennen könne.

Das Naturkundemuseum Karlsruhe geht davon aus, dass die Nosferatu-Spinne durch Gütertransport oder auch Gepäck von Reisenden aus Südeuropa nach Deutschland gekommen sein könnte. Die mittlerweile in Deutschland herrschenden klimatischen Bedingungen dürften den Spinnen entgegenkommen. Deshalb können sie sich aktuell in Deutschland ausbreiten. (Jan Oeftger)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass man Sichtungen der Spinne dem NABU mitteilen solle. Dies ist nicht der Fall. Wie im Text beschrieben, sollten die Tiere mit einem Glas eingefangen und wieder nach draußen gebracht werden. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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