Verfassungsschützer am Tatort

NSU-Skandal: Auch SPD-Fraktion attackiert Bouffier

Wiesbaden - Bei der Aufklärungsarbeit des NSU-Mordes in Hessen bleibt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Zentrum der der Kritik der Landtagsopposition.

Bouffier habe in seiner Funktion als Innenminister zum Zeitpunkt des Mordes an dem Kasseler Internetcafé-Betreiber Halit Yozgat im Jahr 2006 die Ermittlungen behindert, sagte die Innenexpertin der SPD-Fraktion, Nancy Faeser, am heutigen Dienstag in Wiesbaden. Diesen Vorwurf werde sie auch bei der abschließenden Sitzung im Hessischen Landtag über die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses wiederholen.

Alles zum NSU-Skandal in Hessen

Der damalige hessische Verfassungsschützer Andreas Temme war kurz vor oder während der Tat in dem Internetcafé gewesen - nach eigener Aussage aus privaten Gründen. Er geriet vorübergehend unter Verdacht. Der damalige Innenminister Bouffier hatte einen Sperrvermerk verhängt, mit dem die direkte Befragung von Informanten Temmes des V-Mann-Führers Temme verhindert wurde.

NSU-Ausschuss: Bilder zum Skandal

Auch die Linken-Fraktion hat Bouffier vor wenigen Tagen bereits vorgeworfen, er habe die Aufklärungsarbeit blockiert. Der Abschlussbericht des NSU-Ausschusses wird an diesem Donnerstag im Parlament diskutiert. Es wird mit einer aufgeladenen Debatte gerechnet. Eine extra Abstimmung über das Papier wird es aber nicht gegeben. (dpa)

NSU-Urteil gesprochen, viele Fragen offen

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