Pflegeleicht und nützlich für die Umwelt

Wildblumenwiese im Opel-Zoo als Mittel gegen Bienensterben

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Mehr als 80 Prozent der Nutzpflanzen in Deutschland sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Kronberg/Wiesbaden/Wetzlar - Es blüht und es summt auf dem Feld bunter Wildblumen. Schmetterlinge, Hummeln und Bienen lassen sich mal auf dieser, mal auf jener Blüte nieder. Von Eva Krafczyk 

Die farbenprächtige Wildwiese ist ein beliebtes Fotomotiv der Besucher im Kronberger Opel-Zoo geworden – selbst wenn sie ursprünglich wohl eher wegen der Elefanten oder des niedlichen Nachwuchses von Eisfüchsen, Erdmännchen oder Nandus gekommen sind. Bienenweiden heißen diese bunten Flächen, die Zoo-Besucher auf das Problem des Bienensterbens aufmerksam machen sollen.

Insgesamt acht Flächen sind in diesem Jahr auf dem Gelände angelegt worden. Informationstafeln machen auf die Bedeutung bestäubender Insekten wie Bienen aufmerksam. Immerhin sind mehr als 80 Prozent der Nutzpflanzen in Deutschland auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Doch die Zahl der Fluginsekten ist drastisch zurückgegangen – Untersuchungen zufolge um 75 Prozent innerhalb von 25 Jahren.

„Wir wollen zeigen, wie einfach es ist, etwas für die Bienen zu tun“, sagt Jörg Beckmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Opel-Zoo. „So eine Wildblumenwiese lässt sich auch im heimischen Garten anlegen – und pflegeleicht ist sie obendrein.“

Im Zuge der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ unterstützt das Umweltministerium Projekte, die Bienen und andere bestäubende Insekten fördern. In diesem Jahr gibt es nach Angaben einer Sprecherin Fördermittel in Höhe von 18 Millionen Euro. Damit wird die Einsaat von bienengerechten Pflanzen unterstützt sowie die Anlage von Blühstreifen, Ackerrandstreifen oder Ackerwildkrautflächen honoriert. Zudem wird der Erhalt von artenreichem Grünland und von Streuobstwiesen unterstützt. Insgesamt geht es demnach um Maßnahmen auf 118 000 Hektar Fläche.

Vereine können beim Umweltministerium überdies Lottomittel für ihre bienenfreundlichen Projekte beantragen. Im vergangenen Jahr gab es mehr als 38 000 Euro für 75 Projekte und Vereine. Für dieses Jahr sind nach Ministeriumsangaben bereits knapp hundert Anträge eingegangen und mehr als 80 bewilligt.

Sieben kreative Gärten in Europa

„Fehlt es an Insekten, dann fallen auch Ernten geringer aus“, begründet eine Sprecherin des Opel-Zoos die Bienenweiden, mit denen in diesem Jahr noch einmal die Insektenförderung ausgeweitet wurde. Denn schon 2006 wurden im Eingangsbereich und dem Restaurant Lodge die Dächer begrünt, 2009 entstanden ein Insektenhotel und ein Bienenstand. Hier können die Besucher auch heute noch durch eine Glasscheibe einen Blick ins Innere eines Bienenstocks werfen. „Hier verrät gerade eine Biene den anderen, wo sie eine gute Nahrungsquelle gefunden hat“, zeigt Beckmann auf eine Arbeiterin beim „Schwänzeltanz“.

Die derzeitigen heißen Sommertemperaturen jedenfalls sind trotz Trockenheit ideal für Bienen und andere Insekten: „Bei schönem Wetter können sie auch besser fliegen und auf Nahrungs- oder Paarungssuche gehen als bei kaltem Regenwetter“, so Langenhorst. Problematisch werde es erst, wenn Dauerhitze die Nahrungsquellen verdorren lässt. (dpa)

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