Licht und Schatten

Kommentar zu Plänen für Hessens Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit ist vielschichtig. Es geht unter anderem um den intensiveren Blick auf Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen oder auf die vielen Hürden bei der Inklusion – aber oft auch um das gesamte Schulleben: Kooperation mit Eltern, Streitschlichtung, Maßnahmen gegen Schwänzen, Beratung von Lehrern in einem immer komplexeren pädagogischen Umfeld. Von Peter Schulte-Holtey

Sozialarbeiter sind an Schulen wichtiger denn je. Deswegen ist es grundsätzlich eine gute Nachricht, dass die schwarz-grüne Landesregierung 700 zusätzliche Stellen für die Schulsozialarbeit schaffen will.
Zugleich muss aber gefragt werden: Warum erst jetzt? Lehrer klagen ja seit Langem darüber, dass sie die vielen Konfliktherde in den Klassen – vor allem an den Brennpunktschulen – im Schulalltag gar nicht mehr zufriedenstellend löschen können -– zumal für die Schulen neben dem Bildungs- immer lauter der Erziehungsauftrag hervorgehoben wird. Und reicht es denn, landesweit 1 000 Schulen zum Teil nur eine halbe Extra-Stelle zur Verfügung zu stellen? So gibt es enorm große Herausforderungen an vielen Schulen – vor allem in Rhein-Main. An manchen hat der überwiegende Teil der Kinder einen Migrationshintergrund. Viele Schüler kommen aus schwierigsten sozialen Verhältnissen.

So bleibt abzuwarten, wie sich der neue Regierungsplan im nächsten Jahr an Hessens Schulen praktisch auswirken wird. Skepsis ist aber angebracht. Derzeit gibt es mehr Fragen als Antworten.

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