Bilanz Hunderter Kontrollstellen

Polizei erwischt rund 11.000 Raser beim Blitzermarathon

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Eine Polizeibeamtin hält eine Verkehrskelle in der Hand. In mehreren Bundesländern führt die Polizei an diesem Tag beim Blitzmarathon über 24 Stunden vermehrt Geschwindigkeitskontrollen durch. Allein in Hessen gibt es bis zu 300 Kontrollstellen.

Frankfurt - In ganz Hessen führt die Polizei Geschwindigkeitskontrollen durch. Die Beamten registrieren zahlreiche brave Fahrer - aber auch Raser, die sich von Tempolimits nicht beeindrucken lassen.

Bei einer großen Kontrollaktion auf Hessens Straßen hat die Polizei am Mittwoch mehrere Raser erwischt. Zu den Temposündern gehörte ein Fahrer auf der Bundesstraße 44 bei Biblis in Südhessen, der mit 189 Stundenkilometern statt der erlaubten 100 unterwegs war. Geblitzt wurde gestern an rund 300 Kontrollstellen ab 6 Uhr morgens. Rund 700 Beamte und Mitarbeiter der Kommunen waren im Einsatz. Zogen die Polizisten und Kommunalen Mitarbeiter zur Halbzeit gestern Nachmittag noch eine gemischte Bilanz, wendete sich das Blatt für die Verkehrsteilnehmer bis zum Marathonende um 22 Uhr.

Am Ende des Tages zeigte sich, dass sich das Gros der Autofahrer intensiv über die Blitzstellen informiert hatten: Wenn die geforderten Tempo-Limits überschritten wurden, dann nur vereinzelt und nicht wesentlich. Es gab allerdings auch Rückmeldungen von Messorten, an denen die Verkehrsteilnehmer keine Verhaltensänderungen zeigten und die Beanstandungsquote genauso hoch lag, wie bei Geschwindigkeitskontrollen ohne vorherige Ankündigung.

Insgesamt passierten in Hessen etwa 245.000 Fahrzeuge die im Vorfeld über die Medien bekannt gegebenen Messstellen. Rund 11.000 Fahrzeuge waren zu schnell. Dies entspricht einer Beanstandungsquote, das Verhältnis aller gemessenen Fahrzeuge zu denjenigen die zu schnell fuhren, von 4,3 Prozent. 9.865 Fahrzeugführer wurden mit Überschreitungen bis zu 20 km/ gemessen, was ein Verwarnungsgeld bis 35 Euro zur Folge hat. Mit einem Bußgeld zwischen 70 und 120 Euro sowie ein bis zwei Punkten müssen 723 Fahrer rechnen. Die Polizisten erwischten 43 Raser.

Kurios ist die Geschichte eines Autofahrers in Frankfurt: Er fuhr gleich zweimal zu schnell in dieselbe Blitzstelle und musste für jeden Verstoß verwarnt werden. In der Bankenstadt brachte es ein weiterer Autofahrer auf 1,8 Promille. Er musste sich einer Blutentnahme unterziehen und wartet nun auf ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr.

Die Blitzanlage am "Elzer Berg" auf der A3 in Westhessen ist bundesweit sicherlich einer der bekanntesten Blitzanlagen. Der Spitzenreiter beschleunigte seinen Pkw bei einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 Kilometer pro Stunde in Richtung Frankfurt auf 176.

Am Ausbauende der A661 bei Egelsbach rauschte ein Autofahrer mehr als doppelt so schnell als erlaubt durch eine 70er-Zone. Vom Display des Messgerätes lasen die Polizisten Tempo 150 ab. Dies ist der höchste Geschwindigkeitsverstoß des diesjährigen Speedmarathons. Darüber hinaus stellte die Polizisten bei dem Raser eine Taschenlampe mit integriertem Elektroschocker sicher.

Hintergrund des "Speedmarathon", zuvor auch Blitzermarathon genannt, ist eine Aktionswoche des europäischen Polizei-Netzwerks Tispol. Die Organisation will die Zahl der Unfallopfer verringern. Es geht den Angaben zufolge nicht darum, möglichst viele Raser zu erwischen, sondern auf Gefahrenstellen im Verkehr aufmerksam zu machen.

Bilder: An diesen 14 Stellen wird in Dietzenbach geblitzt

Zu schnelles Fahren zählt nach Angaben der Polizei zu den häufigsten Ursachen bei schweren Unfällen mit Toten oder Verletzten. Nicht alle Bundesländer sind in diesem Jahr bei dem eintägigen "Speedmarathon" dabei, so verzichten zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg auf eine Teilnahme.

Bei der Kontrollaktion im vergangenen Jahr waren in Hessen rund 190.000 Fahrzeuge an den Messstellen erfasst worden, davon waren etwa 10.000 Fahrer zu schnell. Die Ergebnisse der diesjährigen Aktion sollten Donnerstagmittag vorliegen. (dpa)

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