Vorsicht!

Polizisten-Tricks: Betrüger erbeuten Riesensumme

Offenbach - Immer mehr Menschen in der Region werden Opfer des sogenannten Polizisten-Tricks – und der Schaden geht in die Hunderttausende. Von Angelika Dürbaum 

Gab es im Jahr 2016 nur drei Fälle, bei denen angebliche Ordnungshüter ihre Opfer um Geld oder Wertsachen betrogen, so wurden im vergangenen Jahr bereits 23 Fälle registriert. Für dieses Jahr erwartet die Polizei mit Blick auf die bereits bekannten Taten eine „spürbare Steigerung“, wie Henry Faltin, Sprecher des für die Region zuständigen Polizeipräsidiums Südosthessen, erklärte. Insgesamt 13 Beschuldigte konnten Faltin zufolge im vergangenen Jahr dingfest gemacht werden. Die Zahl der Fälle, bei denen die Gauner mit fingierten Telefonanrufen nicht zum Ziel kamen, ist wohl noch um einiges höher.

Besonders tragisch: Die Betrüger erbeuteten 2017 bei ihren meist betagten Opfern insgesamt 520.000 Euro, allein in drei Fällen lag die Schadenssumme jeweils im dreistelligen Bereich. Laut Polizeisprecher Faltin deckten die Betrügereien in der Region damit ein Drittel der Schadenssumme in ganz Hessen ab, die im Vorjahr nach Angaben des Landeskriminalamtes bei 1,6 Millionen Euro lag – bei insgesamt 392 Fällen.

Zehn kuriose Kriminalfälle 2017 in Hessen

Der Polizei-Trick läuft so ab: Angebliche Beamte erzählen ihren potenziellen Opfern am Telefon beispielsweise, sie seien im Visier von Enkeltrick-Betrügern. Nun brauche die Polizei ihr Geld, um den Gaunern eine Falle zu stellen. Oder: Eine Einbrecherbande treibe gerade in der Gegend ihr Unwesen. Ein Polizeibeamter holte nun Geld und Schmuck ab, denn wo könnten Wertsachen sicherer sein als bei der Polizei? Das perfide daran ist, das auf dem Telefondisplay durch einen Trick tatsächlich die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle angezeigt wird.

Rubriklistenbild: © dpa

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