Proteste bei Verleihung der Leuschner-Medaille

Höchste Ehrung des Landes für Roland Koch

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Roland Koch

Wiesbaden  Rund 200 Menschen haben in Wiesbaden gegen die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch demonstriert.

Der frühere Ministerpräsident Hessens, Roland Koch, hat die höchste Auszeichnung des Landes erhalten. "Es muss bei einer solchen Verleihung um das gesamte Lebenswerk gehen", erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag bei der Vergabe der Wilhelm-Leuschner-Medaille. "Auch wenn einzelne Entscheidungen desjenigen umkämpft waren." Roland Koch habe große Verdienste um die demokratische Gesellschaft erworben. Wegen der Ehrung für Koch hatte es in Hessen Streit gegeben. Die Preisverleihung wurde am Morgen von Protesten begleitet. Rund 200 Menschen demonstrierten vor dem Wiesbadener Kurhaus.

"Roland Koch hat die Medaille nicht verdient", sagte Maike Wiedwald, Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Hessen. Sein Name erinnere an eine schmutzige, rassistische Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. Neben Koch wurden auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, geehrt. Die höchste Auszeichnung Hessens geht seit 1965 an Persönlichkeiten, die sich nachhaltig für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben. Der frühere hessische Innenminister Leuschner (1890-1944) w

urde als Widerstandskämpfer von den Nazis ermordet. Zu den bisherigen Preisträgern zählt unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Preisverleihung ist traditionell am 1. Dezember, dem Verfassungstag des Landes Hessen. (dpa)

Roland Koch im Porträt

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