Rhein-Main-Verkehrsbund

RMV erhöht Fahrpreise: Bus- und Bahnfahren in Hessen wird teurer

RMV-Fahrkartenautomat
+
Der RMV hat beschlossen: Öffentlicher Nahverkehr in Hessen wird teurer.

Wieder sollen Fahrpreise im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) steigen. Ein Überblick verrät, was genau auf die Hessen zukommt.

Hessen – Die Fahrpreise für Bus und Bahn werden erhöht. Das hat der Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsbundes auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Am Mittwoch (09.06.2021) zog der RMV in einer Pressemitteilung Bilanz über das Geschäftsjahr 2020. Wie so viele Unternehmen musste der Konzern aufgrund der Corona-Pandemie heftige Verluste verzeichnen. Während 2019 noch 808 Millionen Fahrgäste rund um Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden verbucht werden konnten, sank diese Zahl vergangenes Jahr auf ernüchternde 524 Millionen.

60 Prozent davon ließen sich dabei auf Gelegenheitsfahrten zurückführen. Der RMV verkauft dies als Erfolg, und stellt fest, dass „fast alle Stammkundinnen und -kunden“ dem Verbund treu geblieben seien. Ähnlich optimistisch wird der Zuwachs der Job-Tickets von 320 auf 397 sowie die Entwicklung der Pünktlichkeit dargestellt. So hätten die hessischen Bahnen 2020 eine Pünktlichkeitsquote von 94,2 Prozent, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Rhein-Main-Verkehrsbund: Höhere Fahrpreise schon im Juli

Der RMV-Aufsichtsrat entschied eine Erhöhung der Fahrpreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 1,5 Prozent. Ab dem 01.01.2022 sollen die neuen Preise gelten. Doch schon ab Anfang Juli dieses Jahres ist ein Zwischenschritt dorthin geplant. Einzelfahrten innerhalb von Frankfurt bleiben dabei weitestgehend gleich teuer, wobei die Kosten für stadtübergreifende Tickets sukzessiv angehoben werden. Im Folgenden sind Tarifbeispiele für Erwachsene aufgelistet:

StreckeAktueller PreisPreis ab 01.07.2021Preis ab 01.01.2022
Einzelfahrt Frankfurt2,75 Euro2,75 Euro2,75 Euro
Einzelfahrt Frankfurt-Wiesbaden8,70 Euro8,80 Euro8,95 Euro
Jahreskarte Wiesbaden-Flughafen Frankfurt1377,10 Euro1396,50 Euro1417,10 Euro

Für verschiedene Sondertickets sind keine Änderungen geplant. So bleiben das Senioren- und das Schülerticket beim alten Preis. Auch das Hessenticket wird weiterhin 36 Euro kosten, und wer ein Jahresticket für den ÖPNV braucht, zahlt nach wie vor 365 Euro.

Hessen: Ticketpreise für Bus und Bahn werden teurer – RMV verteidigt Preiserhöhung

Der Aufsichtsrat verteidigt die Preiserhöhungen. „Der Aufsichtsrat hat hier im Sinne der Fahrgäste und des Klimaschutzes die Preissteigerung erneut auf das absolut Zwingende begrenzt.“, so Ulrich Krebs, stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender. Außerdem hätten diese eigentlich schon Anfang 2021 kommen sollen, heißt es in der Mitteilung. Für die Verschiebung auf Mitte des Jahres sei der Weitergabe der Mehrwertsteuerreduzierung zu danken.

Darüber hinaus begründet Knut Ringat, Geschäftsführender des RMV, den Anstieg mit deutlich höheren Aufwendungen, insbesondere „Gehaltszuwachs des Fahrpersonals und steigende Energiekosten“. Eine langfristige Möglichkeit, um den Spagat zwischen steigenden Kosten, attraktiven Fahrpreisen und dickem Angebot könnten möglicherweise auch alternative Finanzierungsformen sein.

„Die berechtigten Gehaltszuwächse des Fahrpersonals und steigende Energiekosten sorgen für deutlich höhere Aufwendungen“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Den dreifachen Spagat zwischen steigenden Kosten, attraktiven Fahrpreisen und einem dichten Angebot kann der ÖPNV nur dann dauerhaft vollziehen, wenn die Finanzierung nachhaltig gesichert ist – möglicherweise auch über alternative Finanzierungsformen.“ (vbu)

Beim RMV wird auch über eine Reaktivierung der Straßenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Offenbach nachgedacht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare