Gericht verurteilt 24-Jährigen

Rollerfahrer fährt Polizisten um - knapp vier Jahre Haft

Hofheim/Frankfurt - Weil er bei einer Verkehrskontrolle einen Polizisten umgefahren und diesen erheblich verletzt hat, muss ein Motorroller-Fahrer drei Jahre und elf Monate in Haft.

Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte den 24-Jährigen unter anderem wegen eines vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung und sprach dem Beamten ein Schmerzensgeld in Höhe von 6000 Euro zu, wie es am heutigen Dienstag bei Gericht hieß.

Um der Verkehrskontrolle im Juli 2016 in Hofheim (Main-Taunus-Kreis) zu entgehen, war der Angeklagte mit seinem Roller in voller Fahrt auf den Beamten zugefahren. Der Polizist wurde durch die Luft geschleudert und prallte mit seinem Kopf auf dem Bürgersteig auf. Drei Wochen war er krankgeschrieben. Einen Führerschein hatte der Fahrer nicht. Laut Urteil wollte er dies mit dem gefährlichen Eingriff verdecken, was einem Verbrechenstatbestand gleichkomme.

Ursprünglich hatte das Amtsgericht die Sache sogar an die Schwurgerichtskammer wegen eines möglichen Mordversuchs weitergeleitet. Auch wenn die Akten später wieder zum Amtsgericht zurückgekommen seien, liege der Fall doch "ganz nahe an einem versuchten Tötungsdelikt", sagte die Richterin. Eine Bewährungsstrafe, so wie sie der Verteidiger beantragt hatte, scheide deshalb aus. (dpa)

BGH kippt Berliner Mordurteil gegen Raser

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