Schüler müssen auf digitale Geräte verzichten

Handys und Tablets sind in Abschlussprüfungen verboten

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Im Unterricht haben sich digitale Hilfsmittel bewährt, bei Prüfungen sind sie nicht immer gern gesehen.

Offenbach – Niedersachsen macht es vor: Schon bei den in wenigen Wochen anstehenden Abschlussprüfungen sollen Schüler auf Tablets oder Handys zurückgreifen können. Von Angelika Dürbaum

Das Kultusministerium in Hannover bestätigte jüngst entsprechende Pläne. Zurzeit würden noch letzte Fragen zum Datenschutz geklärt, hieß es. Zugang zum Internet sollen die Schüler nicht haben, auch Kamera und Mikrofon sollen blockiert werden.

In Hessen werden die Prüflinge bis auf Weiteres auf digitale Helfer verzichten müssen. Weder bei den Abschlussklausuren für Haupt- und Realschüler noch beim Abitur sei dies vorgesehen. Und es gebe auch keine Überlegungen, solche Geräte in absehbarer Zukunft bei Abschlussprüfungen zuzulassen, sagte ein Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf Anfrage. Anders sei die Lage bei Klausuren im Laufe des Schuljahres. Da könnten, die Zustimmung der jeweiligen Gremien der Schule vorausgesetzt, die Schüler schon heute auf elektronische Hilfe zurückgreifen, erklärte der Sprecher. Auch inwieweit Tablet und Co. mit Internetzugang im Unterricht eingesetzt werden, könnten die Schulen ebenfalls selbstständig entscheiden.

Wozu Tablets in Zukunft noch gebraucht werden

Der Hessische Philologenverband spricht sich gegen digitale Endgeräte in Abschlussprüfungen aus. Das sei „ein falsches Signal seitens der Politik, sagt die Sprecherin Iris Schröder-Maiwald. Vielmehr gelte es, Chancen und Risiken des digitalen Wandels in den Schulen auszuloten. Die Lehrergewerkschaft GEW bezweifelt nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur den Nutzen von Tablets im Unterricht generell. Noch immer fehle dazu eine umfassende Untersuchung, hieß es.

Schröder-Maiwald gibt mit Blick auf die Abschlussprüfungen zu bedenken: „Tablet im Abitur in Niedersachsen klingt revolutionär, jedoch werden die Tablets zunächst nur als Nachschlagewerk ohne Internetzugang genutzt. Diese Art von Nutzung digitaler Endgeräte im Abitur bietet keinen wirklichen Mehr-Wert, wohl aber einen Anders-Wert.“ Philosophieren könne man allerdings darüber, ob die Tablets mehr Täuschungsversuche zulassen.

Aus dem niedersächsischen Kultusministerium hieß es laut der Deutschen Presse-Agentur, Ziel sei es, den Prüflingen Zugriff auf zugelassene Hilfsmittel wie Formelsammlungen, Taschenrechner oder Wörterbücher über ein mobiles Endgerät zu erlauben. Über den Prüfungsmodus der Geräte soll ausschließlich der Zugriff auf zugelassene Hilfsmittel ermöglicht werden, um Schummeleien unmöglich zu machen. Der Zugriff auf Netzwerke soll dagegen unterbunden werden; auch Schnittstellen zu externen Speichern sind dann blockiert.

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