Spezialeinheiten des Katastrophenschutzes in Lauterbach

Schweinepest: Hessen trainiert für den Ernstfall

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Tierärzte aus ganz Hessen und Spezialeinheiten des Katastrophenschutzes haben die Eindämmung des Virus geübt.

Lauterbach - Sie ist der Alptraum der Schweinehalter und Tierärzte: Die hochansteckende afrikanische Schweinepest, die in Richtung Deutschland unterwegs ist. Von Philipp Weitzel

Was zu tun ist, wenn die für die Tiere meist tödliche Krankheit hierzulande ausbricht, haben Tierärzte aus ganz Hessen und Spezialeinheiten des Katastrophenschutzes am Samstag im osthessischen Lauterbach (Vogelsbergkreis) geprobt.

Die Leiterin des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises, Maria Dolderer-Litmeyer, skizzierte dabei noch einmal die Gefahr, die von der Seuche ausgeht. „Sollte das Virus bei einem Betrieb festgestellt werden, bedeutet das die Keulung aller Tiere und einen Sperrbezirk im Umkreis von drei Kilometern“, sagte sie. Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

Bei Schnee und eisigen Temperaturen trainierten die Fachleute den Ernstfall: den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in einem Viehbetrieb. Um die Ausbreitung zu stoppen, wurde die voll gesperrte Kreisstraße zur Reinigungsstelle umgebaut und das Dorfgemeinschaftshaus zur Einsatzzentrale umfunktioniert.

Rund 100 Einsatzkräfte von Behörden, DRK, Feuerwehr und THW rückten an, um die nötige Logistik zu stellen. Im Gemeinschaftshaus wurde dazu ein sogenannter Schwarz-Weiß-Bereich eingerichtet, diese organisatorische Maßnahme soll im Seuchenfall eine Verschleppung des Virus im Gebäude verhindern. Es wurden Umkleiden definiert, Kleiderausgaben eingerichtet und sogar eine mobile Sanitäreinrichtung organisiert.

Auf der Kreisstraße bauten Einheiten des Technischen Hilfswerks (THW) aus Alsfeld, Lauterbach und Schwalmstadt eine Fahrzeugschleuse auf, der Gefahrstoffzug des Kreises errichtete mit Feuerwehrleuten eine Personenschleuse. Hier trainierten die Veterinäre die Dekontamination, also Maßnahmen, mit denen die Verschleppung des Virus verhindert werden soll. Dazu zählte auch das richtige Anlegen und Ablegen der Schutzkleidung.

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Mit der Übung werde eine Art Schablone für den Ernstfall erstellt, sagte Michael Jahnel von der Unteren Katastrophenschutzbehörde. „Es ist immer gut, einen Plan in der Schublade zu haben“, ergänzte Amtsleiterin Dolderer-Litmeyer. „Solch eine Übung findet nicht oft statt, auf Ebene der Landkreise zuletzt 2012.“

Die ursprünglich in Afrika beheimatete Virusinfektion trat zuletzt in Tschechien und Polen auf und befällt auch Wildschweine. Bekämpfungsmaßnahmen müssten von den Landkreisen, Städten und Gemeinden durchgeführt werden. Impfmittel gibt es derzeit nicht. (dpa)

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