Prozess in Kassel

Schwester getötet: Offenbacher vor Gericht

Kassel - Ein 51 Jahre alter Mann aus Offenbach soll seine Schwester verschleppt und sie mit zwei Schüssen in die Brust getötet haben.

Gestern begann vor dem Landgericht Kassel der Mordprozess zu dem Fall. Die Leiche der 40 Jahre alten Frau vergrub der Angeklagte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft in einem Kleingarten in Wiesbaden. Die Tat soll sich am 7. Oktober 2014 zwischen Kassel und Wiesbaden ereignet haben. Die Leiche wurde erst einen Monat später entdeckt. Die Anklage geht von einem heftigen Streit zwischen dem Opfer und dem Angeklagten drei Tage vor dem Verschwinden der Frau aus.

"Dabei ging es um den Freund meiner Mutter und darum, dass sie bei einem Familienfest gefehlt hat", sagte die heute 18-jährige Tochter der Getöteten, die als Nebenklägerin auftritt. Im Zeugenstand beschrieb sie ihre Mutter als selbstbewusst. "Sie hatte mit niemanden wirklich Streit." Außerdem schilderte sie mehrere Situationen nach dem Verschwinden ihrer Mutter, in denen der Angeklagte "sehr angespannt war". Schmuck, den das Opfer täglich - auch am Tattag - anlegte, sei plötzlich wieder in der Schatulle gewesen. "Ich habe überall genau nachgeschaut", sagte die Tochter. "Erst nachdem der Angeklagte alleine in der Wohnung war, war auch der Schmuck wieder da."

Der 51-Jährige, der seit dem 14. Oktober 2014 in Untersuchungshaft sitzt, schwieg vor Gericht. Für den Prozess sind 16 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für den 8. Oktober erwartet. (dpa)

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