"Trottel" und "Volksverräter"

Shitstorm gegen Hessenpark: Rentner zu Geldstrafe verurteilt

Bad Homburg - "Trottel" und "Volksverräter" nennt ein Rentner aus Rostock den Chef des Hessensparks. Beleidigend sei das nicht, meint der Anwalt des Mannes vor Gericht. Das Richter sieht das anders.

Wegen eines Schmähschreibens an den Chef des Hessenparks ist ein Rentner zu 1000 Euro Geldstrafe (40 Tagessätze) verurteilt worden. "Er hat den Geschäftsführer mit Worten wie "Trottel" und "Volksverräter" beleidigt", sagte der Richter im Bad Homburger Amtsgericht am Dienstag. Das Freilichtmuseum in Neu-Anspach war Anfang 2016 im Internet massiv angefeindet worden, weil es Flüchtlingen freien Eintritt gewährt hatte. Der 70 Jahre alte Angeklagte aus Rostock hatte seine Verunglimpfungen per Mail an den Geschäftsführer geschrieben.

In seinem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Rechtsanwalt des Angeklagten hatte einen Freispruch gefordert, da die Äußerungen nicht beleidigend gemeint gewesen seien. Sein Mandant war bereits im Frühjahr dieses Jahres mit einem Strafbefehl zu einer Summe von 900 Euro (30 Tagessätze) verurteilt worden, hiergegen hatte der nicht vorbestrafte Mann jedoch Einspruch eingelegt. Nach Auskunft des Hessenpark-Geschäftsführers gehörte die Mail des Rentners aus Rostock noch zu den harmloseren Beleidigungen. Unter anderem sei auch angedroht worden, Hessenpark-Mitarbeitern etwas anzutun. (dpa)

Bilder: Hessentag 2017 in Rüsselsheim

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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