„Situation dramatisch“

Sozialverband: Wohnungsmangel gefährdet den sozialen Frieden

Wiesbaden - Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Hessen hat von der künftigen Landesregierung eine "wohnungspolitische Kehrtwende" gefordert.

"Fehlende Sozialwohnungen, rasant steigende Mieten und eine weitverbreitete Diskriminierung: Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist in Hessen dramatisch", erklärte die Landesgeschäftsführerin Yasmin Alinaghi. Der Mangel gefährde den sozialen Frieden. In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt.

Der Paritätische plädiert dafür, die Privatisierung öffentlicher Wohnungen und Grundstücke zu stoppen. Außerdem sollten die Kosten von Modernisierungen nur noch begrenzt auf die Mieter umgelegt werden dürfen. Um den Bedarf zu decken, müssten in Hessen bis 2040 mehr als eine halbe Million Wohnungen gebaut werden, rechnete der Verband vor. In der jüngeren Vergangenheit seien jedoch nur rund 15.600 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt worden.

Holz- oder Steinhaus - Wo liegen die Stärken?

Der Wohnungsmangel führe dazu, dass Klienten in sozialen Einrichtungen, die gerne ausziehen würden, keine bezahlbare Wohnung fänden. So würden dringend benötigte Betreuungsplätze - etwa in Frauenhäusern - blockiert, kritisierte der Verband. Aktuell gebe es nur noch halb so viele Sozialwohnungen wie vor 20 Jahren, seit 1999 sei die Zahl von knapp 180.000 auf gut 93.000 gesunken. (dpa)

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