Ministerin wettert gegen OB

Streit um Frankfurt-Vertretung in Berlin

Frankfurt - Braucht Frankfurt als einzige Stadt Deutschlands einen eigenen Gesandten in der Hauptstadt? Über diese Idee von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird seit Tagen gestritten.

Nun hat sich auch Hessens Ministerin für Bundesangelegenheiten, Lucia Puttrich (CDU), mit deutlichen Worten in die Debatte eingemischt: "Der Frankfurter Oberbürgermeister zahlt 7000 Euro für einen Briefkasten am Potsdamer Platz in Berlin. Den kann er billiger haben - die Hessische Landesvertretung liegt nur drei Minuten entfernt." Dort würden täglich hessische Interessen vertreten, Frankfurt spiele dabei eine große Rolle, ließ sie am Samstag mitteilen.

Feldmann hatte nach seiner Wiederwahl im März eigenmächtig die Einrichtung einer Frankfurter Vertretung in Berlin beschlossen - und als Leiter seinen langjährigen Bürochef Martin Wimmer auserkoren. Dafür hagelte es Kritik von der Opposition. Am Donnerstag verteidigte er nach einem Bericht der "Frankfurter Neuen Presse" ("FNP"/Freitag) seine Entscheidung im Stadtparlament: Wimmer falle aus finanzieller Sicht kaum ins Gewicht, es werde kein festes Büro angemietet, eine Postadresse am Potsdamer Platz koste 7000 Euro im Jahr. "Die Regierungen in Berlin und auch in Wiesbaden handeln nicht automatisch im Frankfurter Interesse", sagte er dem Bericht nach. Die Landesvertretung vertrete weit häufiger mittelhessische Interessen.

"Mit Fake News beschäftige ich mich nicht", sagte die kritisierte Ministerin. In fast jedem Gespräch das sie in Berlin führe, rede sie früher oder später über Frankfurt. Der OB könne gerne einen Briefkasten in der Landesvertretung haben - für deutlich unter 7000 Euro: "Das schont die Stadtkasse. Herr Wimmer kriegt auch immer umsonst einen Kaffee, wenn er die Post holt. Wenn er den trinkt, kann er mit den Mitarbeitern reden. Dann merkt er ganz schnell, was die so alles für Frankfurt tun." (dpa)

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