Falsche Polizisten ergaunern über 250.000 Euro

Betrüger versuchen hunderte Senioren im Taunus abzuzocken

+
Symbolfoto

Hofheim - Bereits Hundertfach haben Betrüger allein in den vergangenen Wochen versucht, Senioren im Taunus um ihre Ersparnisse zu bringen. Die Schäden belaufen sich jetzt schon auf weit über 250.000 Euro. Die Polizei wendet sich deshalb erneut an die Öffentlichkeit und warnt. 

Wie die Ermittler bekannt gaben, sind Senioren aus dem gesamten Main-Taunus-Kreis betroffen. Die Abzocker gaben sich in sämtlichen Fällen als Polizeibeamte aus und versuchten per Telefon, die Angerufenen dermaßen zu manipulieren, dass diese zum Teil Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro übergaben. Mittlerweile haben sich das fünfte und sechste Opfer dieser Betrugswelle gemeldet, bei denen es tatsächlich zur Übergabe kam. Die zwei Geschädigten aus Kriftel und Hochheim (Ende Siebzig und Ende Achtzig) hatten sich in stundenlangen Gesprächen derartig unter Druck setzen lassen, dass sie den Tätern letztendlich Bargeld und Schmuck im Wert von knapp 100.000 Euro aushändigten. 

Laut der Ermittler hätten die Kriminellen aus Callcentern im Ausland angerufen und auf „niederträchtige Art und Weise“ das Vertrauen der Betroffenen in die Polizei missbraucht. In einem Fall gab man sich als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts (BKA) aus. Angeblich stünde man unmittelbar vor der Festnahme eines Fälscherringes und benötige jetzt einen hohen Bargeldbetrag, um den Tätern eine Falle zu stellen. Der betroffene Senior spielte mit - er deponierte mehrere Zehntausend Euro an einem abgesprochenen Ort. Nach kurzer Zeit war das Geld des Seniors durch einen angeblichen verdeckten Ermittler abgeholt worden und damit vermutlich für immer weg.

Tipps: So fallen sie nicht auf den Enkeltrick rein!

Die Polizei ruft deshalb zu vermehrter Vorsicht auf und gibt folgende Tipps:

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn fremde Personen Sie anrufen
  • Eine gesunde Skepsis ist auch gegenüber Polizeibeamten am Telefon angebracht
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und legen Sie einfach auf
  • Die Polizei wird sich niemals nach ihren Vermögenswerten am Telefon oder an der Haustür erkundigen
  • Machen Sie niemals Angaben zu Ihren Vermögenswerten, wertvollen Gegenständen in ihrer Wohnung, Ihren Lebensverhältnissen oder persönlichen Geldverstecken
  • Die Polizei wird ihr Vermögen niemals vorsorglich sicherstellen oder für weitere Ermittlungen nutzen
  • Wichtig: Die Polizei ruft niemals unter der 110 oder ähnlichen Kombinationen an! Diese Nummer wird grundsätzlich nicht übertragen
  • Lassen Sie sich in gar keinem Fall zu übereilten Geldübergaben überreden
  • Sollten Sie sich beim Telefonat unter Druck gesetzt fühlen, beenden Sie das Gespräch und informieren Sie die örtliche Polizei

Die Polizeiliche Beratungsstelle informiert gern ausführlicher unter 06192/2079-231 und auf www.polizei-beratung.de. Darüber hinaus bieten auch die Sicherheitsberater für Senioren/innen Einzelberatungen und regelmäßige Vorträge an, um über die Maschen der Betrüger aufzuklären. Weitere Informationen sind unter www.seniorenberater.help und www.praeventionsrat.de abrufbar. (skk)

Abgezockt: Die schlimmsten Fälle der Verbraucherzentrale

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion