Teilchenbeschleuniger FAIR

Physikers Traum auf 1400 Pfählen

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Sicher ist sicher: Auf insgesamt 1400 Betonpfählen soll einmal der Teilchenbeschleuniger FAIR stehen.

Darmstadt - „Ich vermisse den Winter überhaupt nicht“, sagt Michael Moser. Von Petra Wettlaufer-Pohl 

Der Bauleiter auf der Baustelle für den Teilchenbeschleuniger FAIR im Wald zwischen Darmstadt und Langen muss schließlich noch rund 700 Bohrpfähle bis zu 60 Meter tief in den Boden rammen, damit das weltweit größte Projekt für die physikalische Grundlagenforschung auf insgesamt 1400 Betonpfählen und damit auf sicherem Terrain steht.

Behilflich sind Moser und seinen derzeit 35 Mitarbeitern auf der rund 20 Hektar großen Baustelle neben dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung im Darmstädter Stadtteil Wixhausen fünf riesige Baumaschinen, die die Löcher bohren, Rohre in der Tiefe versenken und anschließend betonieren. Die Pfähle sind mit Messgeräten ausgestattet, sodass die Ingenieure prüfen können, wie sie sich setzen.

Nötig ist der Aufwand, weil der Boden sehr sandig ist. Doch man wollte unbedingt neben dem GSI-Zentrum bauen, da es dort bereits eine 23 Jahre alte Anlage gibt, die aufgerüstet wurde und als Vorbeschleuniger dienen soll. 35.000 Tonnen Stahl und 300.000 Kubikmeter Beton werden hier bis 2018 verbaut, um 24 Gebäude und Tunnelabschnitte zu errichten, die für den Ringbeschleuniger mit seinem Umfang von 1,1 Kilometern benötigt werden.

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FAIR ist ein zwei Milliarden Euro teures Projekt des Bundes, des Landes Hessen und neun anderer europäischer Staaten. Rund 3000 Wissenschaftler warten darauf, dort ab 2018 Forschungszeiten zu bekommen und die Geheimnisse des Universums zu lüften. Bei FAIR werden elektrisch geladene Teilchen annähernd auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Mit den so entstehenden intensiven Strahlen lassen sich Experimente durchführen, die Aufschlüsse geben sollen über die Entstehung des Universums vor 13,8 Milliarden Jahren und seine Entwicklung.

Der Grundlagenforschung am GSI-Zentrum verdankt die Medizin etwa die Ionenbestrahlung von Hirntumoren; eine Therapie, die zunächst beim GSI selbst und seit Anfang 2010 im Heidelberger Zentrum für Ionenstrahltherapie (HIT) angewandt wird.

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