Umgestürzte Bäume

Ticker: So wütet „Friederike" in der Region und in Hessen

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Ein Schul-Minibus steht in Deute zerstört am Straßenrand, nachdem er zuvor von einem im Sturm umstürzenden Baum getroffen wurde. Die Fahrerin und zwei Schulkinder kamen mit dem Schrecken davon.

Offenbach - Umgestürzte Bäume, umgekippte Lastwagen und kleinere Zerstörungen in Hessen: Der Orkan „Friederike" bläst über die Region - ein Überblick auf die Schäden in der Region.

Das Sturmtief „Friederike" ist vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zum Orkan heraufgestuft worden. Das Unwetter habe Orkanstärke erreicht, sagte ein DWD-Sprecher in Offenbach. Es treten Böen mit Geschwindigkeiten von bis 130 Kilometern pro Stunde auf. Der DWD warnt vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln oder anderen umherfliegenden Gegenständen. Wir berichten von den Folgen des Orkans in der Region:

Wegen des Orkans hat die IG Metall bei einem Warnstreik in Hanau auf eine Abschlusskundgebung verzichtet.

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Bei Aufräumarbeiten in der Bahnhofstraße in Mühlheim beleidigten Verkehrsteilnehmer die Einsatzkräfte der Feuerwehr, laut Polizei wurde Anzeige gegen die Pöbler erstattet.

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Ein etwa zwölf Jahre altes Mädchen ist im mittelhessischen Stadtallendorf während des Orkans "Friederike" schwer verletzt worden. Wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf mitteilte, wurde es vermutlich von einem umstürzenden Baum oder herabfallenden Ast getroffen. Außerdem meldete die Polizei, dass bei einem Unfall auf der B62 zwischen Cölbe und Kirchhain zwei Personen leicht verletzt wurden. Zwei Autos stießen auf der Bundesstraße zusammen, laut Polizei war der Unfall möglicherweise auf das Wetter zurückzuführen.

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Die Feuerwehr in Offenbach meldet bisher elf Einsätze wegen „Friederike“, die meisten davon wegen umgestürzter Bäume. Außerdem deckte der Sturm ein Hausdach ab, brachte einen Schornstein teilweise zum Einsturz und wehte eine Photovoltaik-Anlage von einem Hausdach. Verletzte gab es glücklicherweise nicht zu beklagen.

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In Mühlheim hat das Sturmtief auch und vor allem in der Bahnhofstraße gewütet. Ab 13.19 Uhr hatten es 25 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und die Polizei für fast drei Stunden mit mehreren Einsätzen zu tun. Unter anderem deckten „Friederikes“ Böen Dächer ab. Auch Bäume stürzten um. Mehrere Straßen und Gehwege wurden für die Einsatzdauer gesperrt.

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In Darmstadt wirbelte „Friederike“ zwei große Werbeplakate über die Mainzer Straße, außerdem wehte der Wind einen Motorroller um, ein weiterer wurde dabei beschädigt.

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In Offenbach stürzte ein Baum auf den Bischofsheimer Weg, die Straße ist zur Zeit gesperrt.

Ein umgestürzter Baum versperrt auf dem Bischofsheimer Weg in Offenbach die Durchfahrt.

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In Bischofsheim (Landkreis Groß-Gerau) musste die Straßenmeisterei eine Ampel sichern, die vom Mast herunter hing und beinahe auf die Straße gestürzt wäre.

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Im südhessischen Odenwaldkreis rückten die Rettungskräfte bislang zehnmal aus, um Straßen von umgestürzten Bäumen und herab gefallenen Ästen zu befreien. Auch im Kreis Bergstraße waren es vor allem entwurzelte Bäume, die den Feuerwehren Arbeit machten.

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In Nieder-Ramstadt blies der Orkan einen Bauarbeiter von der Ladefläche eines Lkw, der Mann wurde mit einer Armverletzung in ein Krankenhaus eingeliefert. Außerdem musste die Feuerwehr ein Gerüst sichern, das umzustürzen droht.

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In Nordhessen richtete Orkan "Friederike" erhebliche Schäden an: Auf der Autobahn 44 im Landkreis Kassel wurde ein Lastwagen-Anhänger umgeweht. "Er blockiert derzeit die Fahrbahn in Richtung Kassel", sagte ein Polizeisprecher. Eine Böe habe den Anhänger im Bereich der Talbrücke Breuna erfasst. Da bei den Windverhältnissen kein Kran eingesetzt werden könne, bleibe die A44 in Richtung Kassel zunächst voll gesperrt.

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Laut Polizei sind seit dem frühen Mittag in der Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen hunderte Notrufe wegen Sturmschäden, Unfällen und Gefahrensituationen eingegangen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen im gesamten nordhessischen Bereich. Zum Teil seien dabei Autos eingeschlossen worden. Baustelleneinrichtungen, auch auf der Autobahn 7 bei Kassel, Schilder und andere nicht befestigte Gegenstände aus den Gärten flogen umher. "Für besondere Gefahren sorgen von Dächern herunterfallende Ziegel", erklärte der Sprecher. Laut Polizei sollte der Höhepunkt des Orkans in Nordhessen gegen 16 Uhr vorübergezogen sein.

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Im Hafen Offenbach sorgt „Friederike“ für Wellengang auf dem Main, wie dieses Video zeigt.

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In Wiesbaden verursacht der Orkan einige Schäden und Straßensperrungen: Die L3441 und die B417 mussten in beide Richtungen gesperrt werden, da die Feuerwehr umgestürzte Bäume beseitigte. In der Kapellenstraße stürzten zwei Bäume auf mehrere Autos, die dabei stark beschädigt wurden.

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Außer einem kräftigen Wind ist in Teilen des Kreises Offenbach von „Friederike" wenig zu spüren, über einigen Orten strahlt gar die Sonne. Interessant ist die Aussage eines langjährigen Feuerwehrmanns aus Rodgau: „Der Wind kommt aus Südwesten, das sind die Bäume gewohnt. Ärger gibt es nur, wenn er aus Nordosten kommt."

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In Offenbach stürzte ein Baum auf die Hölderlinstraße, Menschen wurden glücklicherweise nicht verletzt.

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In Langen hat der Orkan in der Paul-Ehrlich-Straße einen Baum entwurzelt, Menschen wurden dabei nicht verletzt. In der Südlichen Ringstraße sicherte die Feuerwehr an einem Haus Dachteile, die abzustürzen drohten.

 Orkan „Friederike“ im Ticker: Mehrere Todesopfer in Deutschland

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Vor allem im Bahnverkehr hat "Friederike" für Störungen gesorgt, außerdem sind Autos von herabfallenden Ästen beschädigt worden. Von Verletzten in Hessen ist bisher nichts bekannt, ganz anders in Hamburg und Nordrhein-Westfallen: Dort gibt es einen Toten und einen Schwerverletzten zu beklagen.

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Orkan „Friederike" richtet in Hessen immer größere Schäden an: In Kirtof im Vogelsbergkreis sei ein Kran umgeworfen worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Informationen über Verletzte lägen noch nicht vor. Laut ersten Informationen sei die Zufahrt zu dem Kran aufgrund von umgestürzten Bäumen nicht möglich.

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Auf der Bundesstraße zwischen Brauerschwend und Reuters (Vogelsbergskreis) seien zwei Lastwagen durch Böen umgekippt. Andere Lkw-Fahrer sollten ihre Fahrzeuganhänger an der Leitplanke festbinden, um sie vor dem Umstürzen zu bewahren, erklärte die Polizei. Hier gab es ebenfalls keine Informationen über Verletzte. (nb/dpa)

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