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Tierheim-Helfer retten Welpen aus Wohnhaus - Hunde waren ohne Versorgung

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Einsatz für die Helfer des Tierheims Beuern in Felsberg: Zwölf Tiere holen sie aus einem Wohnhaus. Acht Hunde waren in einem kleinen Raum eingesperrt.

Beuern/Fritzlar – Acht Hunde und vier Katzen haben Helfer des Tierheims Beuern aus einem Wohnhaus in Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) gerettet. Polizei und Rettungskräfte hatten das für den ganzen Landkreis zuständige Tierheim informiert. Grund für den Einsatz war ein Todesfall. Die Tiere waren für einen unbestimmten Zeitraum ohne Versorgung.

Der Vorfall hat sich bereits Anfang September ereignet, doch wie Tierheim-Vorsitzender Ralf Pomplun nun berichtet, sind alle geborgenen Tiere „komplett wohlauf“. Pomplun war bei der Rettungsaktion dabei – zunächst mit einem weiteren Helfer. Ihnen wurden gleich nach der Ankunft ein Hund und eine Katze übergeben. Als es dann in die Wohnung ging, war das Helfer-Team zu fünft.

Tierrettung in Fritzlar: Haus war in schlechtem Zustand

Die Wohnung in dem Haus befand sich in keinem guten Zustand. Es roch stark nach Fäkalien. „Das kann natürlich auch daher kommen, dass der Besitzer der Tiere schon für mehrere Stunden oder sogar Tage tot war. Die Tiere konnten dann natürlich nicht raus“, sagt Pomplun.

Diese sechs Welpen sind aus einem Wohnhaus in Fritzlar gerettet worden.
Diese sechs Welpen sind aus einem Wohnhaus in Fritzlar gerettet worden. © Ein Heim für Tiere/NH

Den Gestank würden die Helfer in einer solch angespannten Situation aber größtenteils ausblenden. „Wir müssen ja sehr aufmerksam sein, um zu sehen, wo sich die Tiere verstecken“, sagt der Tierheim-Vorsitzende. „Und natürlich müssen wir auch auf der Hut sein, ob nicht eventuell ein verängstigtes Tier uns angreift.“

Im Erdgeschoss des Hauses befanden sich die sieben anderen Hunde. Eine Hündin und ihre sechs Welpen waren in einen drei Quadratmeter großen Raum gesperrt – eingepfercht zwischen Waschmaschine, Wäschetrockner und Toilette.

Tierheim-Helfer retten Hunde: Welpen wohl seit Geburt eingesperrt

So etwas setzt den Helfern vom Tierheim dann doch immer wieder zu. „Da schießen den Kollegen die Tränen in die Augen“, berichtet Pomplun. Der Anblick des Raums lässt vermuten, dass die zu dem Zeitpunkt vier Wochen alten Welpen seit ihrer Geburt noch nicht an der frischen Luft waren.

Die drei verbliebenen Katzen hatten sich unter dem Hausdach verkrochen und wurden mit Lebendfallen eingefangen. „Wenn wir von der Polizei zu solchen Einsätzen gerufen werden, müssen wir meistens erstmal warten“, erklärt Pomplun den Ablauf. „Zunächst machen die Einsatzkräfte ihren Job. Wir versuchen aber währenddessen, schon möglichst viele Informationen aufzuschnappen.“

Für die Helfer ist wichtig, zu wissen, welche und wie viele Tiere in der Wohnung sind. Daraus könne dann abgeleitet werden, welche Ausrüstung gebraucht wird und wie viele Menschen dazugerufen werden müssen.

Pomplun betont, dass solche Rettungsaktion auch künftig nur möglich sind, wenn das Tierheim durch Spenden unterstützt wird. (William-Samir Abu El-Qumssan)

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