Nach Stallpflicht

Tierparks wappnen sich gegen Vogelgrippe

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Flamingos stehen in ihrem Gehege im Frankfurter Zoo.

Frankfurt - Nach den ersten Krankheitsfällen gilt eine Stallpflicht für Geflügel im Land. Auch gefiederte Zoobewohner ziehen nun nach drinnen oder in Volieren um.

Die hessischen Wildparks und Zoos wappnen sich gegen die Vogelgrippe. So wurden etwa im Wildpark Naturzentrum Knüll, in Sababurg oder in den Fasanerien in Wiesbaden und Hanau die Vögel in Ställen und Volieren untergebracht. Im Bergtierpark Fürth-Erlenbach habe man eine Ausnahmegenehmigung für die Emus erhalten, sie dürfen draußen bleiben, berichtete Tierpfleger Josef Unger. "Bei der letzten Epidemie ist ein Emu gestorben, nachdem wir ihn im Stall untergebracht hatten." Auch im Frankfurter Zoo sind Enten und Pfauen umgezogen, weitere Vögel sollen folgen. Gleiches gilt im Opel-Zoo. Hier wurden das Nanu- und das Straußengehege für Besucher gesperrt.

Am Mittwoch war bei einer toten Gans in Frankfurt der gefährliche Erreger H5N8 festgestellt worden. Zuvor hatten Experten den Vogelgrippe-Virus bei einer toten Ente in Nordhessen gefunden. Seit Montag gilt landesweit eine Stallpflicht für Geflügel. Hessen verhalte sich hier sehr vorbildlich, sagte Klaus-Peter Linn, Geschäftsführer des Geflügelwirtschaftsverbandes Hessen. Um den grassierenden Erreger H5N8 zu übertragen, reiche ein Vogelschiss. "Das ist ähnlich wie bei der menschlichen Grippe", sagte Linn. Die Verbandsmitglieder seien über sämtliche Vorsichtsmaßnahmen informiert.

Bilder: Tierbabys in Frankfurt und Kronberg

"Wir gehen davon aus, dass sich alle freiwillig daran halten, auch im Hinblick auf die jetzt beginnende Gans-Saison." Es gebe einige Halter, die nicht genug Platz hätten, um ihre Gänse einzusperren. Hier sei eine Ausnahmegenehmigung möglich. "Manche improvisieren aber auch und räumen eine Maschinenhalle aus, um die Tiere dort unterzubringen", sagte Linn. Derartige Umstellungen brächten allerdings den gesamten Ablauf durcheinander. "Gerade für die kleinen Familienbetriebe ist es schwer, aber hier geht es um ihre Existenz." Deshalb würden sie alles daran setzen, ihre Tiere zu schützen. (dpa)

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