Weiter kräftige Gewitter vorhergesagt

Unwetter: Blockierte Straße und Brände durch Blitze

Wiesbaden/Frankfurt - Ein kräftiges Unwetter hat zu etlichen Feuerwehreinsätzen in Teilen Hessens geführt. Betroffen war am frühen Dienstagmorgen vor allem der Großraum Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis.

In den Stadtteilen Wiesbaden-Breckenheim und Wiesbaden-Medenbach fiel der Strom aus. In Eppstein (Main-Taunus-Kreis) hatten die Einsatzkräfte mit einem größeren Wasserrohrbruch zu kämpfen. Nach Angaben der Polizei stürzten Hunderte Bäume in Wiesbaden und im Rheingau-Taunus-Kreis um. Sie fielen unter anderem auf parkende Autos. Die Höhe der Sachschäden war unklar.

Etwa ein Dutzend Kinder aus dem Rheingau, im Alter zwischen acht und zehn Jahren, sind mit ihren Betreuern in einem Feriencamp in Hattenheim-Hallgarten eingeschlossen, wie die Polizei berichtete. Die Gruppe übernachtete dort im Bereich einer Freizeiteinrichtung und wurde vom Unwetter überrascht. Verletzt wurde aber niemand. Weil rund um das Gebiet etwa 200 Bäume umstürzten, gab es bis Dienstagmittag kein Durchkommen zu der Gruppe. Die Polizei unterstützt die Einsatzkräfte mit einem Hubschrauber, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Das Gewitter erreichte die Region gegen 2.45 Uhr und dauerte etwa anderthalb Stunden. Die drei Wiesbadener Berufsfeuerwehren und alle freiwilligen Feuerwehren rückten zu rund 130 Einsätzen aus. Umgefallene Bäume versperrten am Morgen Verbindungsstraßen zwischen Wiesbaden und Taunusstein. Die Bundesstraßen 54 und 417 sowie die Lahnstraße mussten freigeräumt werden. Somit wurden auch Pendler auf eine Geduldsprobe gestellt. Es kam zu Staus und langen Wartezeiten. Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) verschaffte sich trotz seines Urlaubs einen Überblick über die Situation in der Stadt und dankte den Einsatzkräften. Auch den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter für den ehrenamtlichen Einsatz freistellten, gelte der Dank.

Brände und Überschwemmungen nach Gewitter (mit Leserbildern)

Wegen des Unwetters mit Gewittern und starken Windböen verzeichnete der Rheingau-Taunus-Kreis 460 Notrufe, etwa 200 Einsätze wurden gezählt. Wasser im Keller, abgerissene Stromleitungen oder umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste waren meist der Grund. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.

Schwerpunkt des Einsatzes war Niedernhausen. Landrat Frank Kilian dankte den Helfern. Heftig waren die Folgen des Unwetters auch für die Beamten der Polizeistation in Idstein. Durch die Wassermassen liefen die Tiefgarage und der Keller voll. Das Wasser stand zeitweise bis zu 1,50 Meter hoch und musste von der Feuerwehr abgepumpt werden. Auch die Spindräume waren betroffen.

Unwetter: Bilder aus der Region

In Mittelhessen berichtete die Polizei von mehreren Blitzeinschlägen in Wohnhäuser. Sowohl in der Wetterau als auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf kam es deswegen zu Gebäudebränden. Verletzt wurde niemand. Bei einem Wohnhausbrand in Bauerbach entstand ein Schaden von etwa 100.000 Euro. Das Gebäude ist unbewohnbar. Auch im nordhessischen Jesberg schlug der Blitz in ein Wohnhaus ein, es blieb aber bei Sachschaden.

Im Frankfurter Stadtteil Niederursel brannte am Morgen der Dachstuhl eines Wohnhauses. Ein Feuerwehrsprecher ging auch hier von einem Blitzeinschlag als Brandursache aus. Im Raum Fulda zählte die Polizei allein bis zum Morgen rund 25 Einsätze, bei denen es vor allem um umgestürzte Bäume und Gullydeckel ging, die vom Wasser hochgedrückt wurden.

Unwetter in Offenbach

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach sagte für heute weiter kräftige Schauer und Gewitter voraus. Im Tagesverlauf steige die Wahrscheinlichkeit für Unwetter mit heftigem Starkregen, Hagel und Sturmböen wieder an. Auch orkanartige Böen seien nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Mittwoch ziehen die anfangs zum Teil noch unwetterartigen Gewitter allmählich nach Südosten ab. Am Mittwoch und Donnerstag beruhigt sich das Wetter demnach wieder weitgehend. (dpa)

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