Eine Bilanz

Unwetter wütet in Hessen und Niedersachsen

Fulda - Geflutete Keller, überschwemmte Straßen und ein von den Wassermassen mitgerissenes Auto: Die Rettungskräfte kämpfen stundenlang gegen starke Gewitter. Ein bekannter Künstler muss auf sein Konzert verzichten.

Blitz, Donner und Starkregen: Heftige Frühlingsgewitter haben am Sonntag über Hessen und Niedersachsen getobt. In der Region Südosthessen war das Wettertief zwischen 23 Uhr und 1 Uhr vor allem im Main-Kinzig-Kreis zu spüren. Dort kam es laut Polizei in Großauheim und Langenselbold zu mehreren Feuerwehreinsätzen. Verletzt wurde jedoch niemand, so die Bilanz der Polizei. "Von 20.30 bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun", sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Schlamm wälzte sich Abhänge herunter. Die Unwetter trafen ganz lokal einzelne Gemeinden. Die Feuerwehr berichtete am Morgen von 126 Einsätzen, fast 700 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzte gab es aber nicht. Mit am stärksten betroffen war die Orte Grebenhain und Feldatal. In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser mitgerissen und gegen eine Hauswand geschleudert. In Lautertal wurde eine Straße auf 30 Metern Länge von einer Schlammlawine überspült, ein Fahrzeug wurde von der Straße gespült.

In Osnabrück liefen Keller voll Wasser, Straßen wurden überflutet. Innerhalb von zwei Stunden habe die Feuerwehr mit 70 Einsätzen zu tun gehabt, sagte ein Sprecher. Nach Blitzeinschlägen gerieten zwei Feldflächen in Brand. Das Seaside Festival in Aurich wurde wegen des Unwetters vorzeitig beendet. Das Konzert von Otto Waalkes, das der Abschluss des dreitägigen Festivals hätte sein sollen, fiel aus. Das Gelände sei geräumt worden, die 5000 Besucher hätten es binnen einer Stunde verlassen, teilte eine Polizeisprecherin am Abend mit. Das Areal habe unter Wasser gestanden.

Otto Waalkes, der sich schon auf dem Gelände befand, twitterte: "Live is live und Open Air is Open Air... Aurich ist heut leider doch zu nah am Wasser gebaut... Konzert wird verschoben, ich sag Bescheeeeeid!" In Wirdum in Ostfriesland ließ vermutlich ein Blitzeinschlag ein Wohnhaus in Flammen aufgehen. Die darin wohnende vierköpfige Familie und ihr Hund brachten sich in Sicherheit. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, rund 90 Feuerwehrleute kämpften drei Stunden gegen den Brand.

Gewitter und Überschwemmungen am Vatertag

Die Feuerwehr im Kreis Marburg-Biedenkopf zählte 85 Einsätze. Keller und Tiefgaragen liefen voll, Bäume stürzten um. Die Einsatzkräfte mussten weit mehr als 50 Mal ausrücken. Auch hier waren Straßen überflutet und Keller vollgelaufen. "Zum Glück gab es aber keine Personenschäden", sagte ein Sprecher der Leitstelle.

Das Unwetter sorgte auch für eine Sperrung der Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Oldenburg. "Umgestürzte Bäume lagen am Sonntagabend im Gleis und wurden von der Feuerwehr weggeräumt", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Sperrung zwischen Bersenbrück und Quakenbrück dauerte ungefähr von 17.25 bis 19 Uhr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte tagsüber vor Unwettern in den betroffenen Landstrichen gewarnt. Am Montag soll hier und da aber schon wieder die Sonne scheinen. (dpa/dr)

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