Vor der Ausführungsgenehmigung steht der TÜV

Vergnügen auf Nummer sicher: Wie Behörden Fahrgeschäfte prüfen

Offenbach -  Attraktionen wie etwa der „Skyfall“ auf der Frankfurter Dippemess zählen nach Paragraf 68 der Hessischen Bauordnung zu den „Fliegenden Bauten“. Diese sind dafür bestimmt, wiederholt aufgestellt und abgebaut zu werden. Von Michael Bellack

Vor dem ersten Aufstellen ist laut Bauordnung eine Ausführungsgenehmigung beim Regierungspräsidium Gießen einzuholen. Um diese „Baugenehmigung“ zu erhalten, prüft ein Sachverständiger des TÜV die Bauten auf Stabilität und Beschädigungen und führt eine mechanische und elektrische Untersuchung durch, so Stefan Löbig, Geschäftsfeldleiter der Fördertechnik beim TÜV Hessen. Diese Genehmigung muss regelmäßig erneuert werden. Bei kleineren Attraktionen wie Karussells ist sie meist für drei Jahre gültig, bei größeren Fahrgeschäften wie dem „Skyfall“ in der Regel nur für ein Jahr. Ist die Frist abgelaufen, muss eine Verlängerungsprüfung beim TÜV beantragt werden.

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Immer, wenn ein Fahrgeschäft an einem neuen Standort aufgebaut wird, schaltet sich das Bauamt der Gemeinde oder Stadt ein und führt eine „Gebrauchsabnahme“ durch. Ein Sachverständiger überprüft, ob das Fahrgeschäft ordnungsgemäß aufgebaut ist. „Meist ist es eine Sichtprüfung, ob alle Vorgaben auf dem Platz eingehalten wurden“, so Löbig. Danach kann das Fahrgeschäft in Betrieb genommen werden. Die Gebrauchsabnahme nimmt vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch. Deutlich länger dauern die Prüfungen des TÜV, bevor die Empfehlung für eine Verlängerungsgenehmigung erteilt wird.

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Während bei der TÜV-Untersuchung kleine Bauten meist in ein bis zwei Stunden abgenommen werden, kann die Prüfung großer Achterbahnen einen ganzen Arbeitstag in Anspruch nehmen. Besonders wichtig für die Schausteller ist das Prüfheft, in das sämtliche Genehmigungen und Prüfungen eingetragen werden und in dem auch die genauen technischen Daten hinterlegt sind. Etwaige Änderungen müssen bis ins kleinste Detail vermerkt werden.

Dass eine Genehmigung nicht erteilt wird und aufgrund erheblicher Mängel eine Nachprüfung notwendig wird, kommt selten vor. Bei der Dippemess hat man aber bereits Erfahrungen: 2015 fiel ein neues Riesenrad aus den Niederlanden durch den TÜV-Test.

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