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Mysteriöse Vermisstenfälle in Hessen: Katzen und Hunde immer wieder verschwunden

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Von: Alexander Gottschalk

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Eine Katze läuft in Frankfurt über eine Gasse in der neuen Altstadt
Immer mehr Haustiere verschwinden auf mysteriöse Weise in Hessen. © Frank Rumpenhorst/dpa

In Hessen verschwinden immer wieder Katzen, Hunde und andere Haustiere. Jetzt veröffentlicht das LKA erschreckende Zahlen.

Hessen – Sie heißen „Bobby“, „Spiky“ und „Mili“. Mal sind sie noch zu jung, um schon Namen zu haben, mal leben sie schon eine gefühlte Ewigkeit bei ihren Besitzern. Mal haben sie vier Pfoten, mal Hufe, mal Flügel. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Diese Tiere aus Hessen gelten oder galten als vermisst – und in vielen Fällen sogar als gestohlen.

Hessen: Tiere vermisst oder verschwunden – Polizei registriert Dutzende Fälle

Immer wieder verschwinden in Hessen Haus- oder Nutztiere und gelten als vermisst. Die Polizei registrierte zuletzt Dutzende Fälle, bei denen Hund, Katze und Co. zu Diebesgut wurden. Der vielleicht berüchtigtste derzeit ist der Fall des Staffordshire Bullterrier-Mischlings „Bobby“, der Anfang Juni aus dem Tierheim in Butzbach (Wetteraukreis) verschwand. Das sei noch nie vorgekommen, erzählt Einrichtungsleiterin Claudia Maid. Ein Schock für das Tierheim – aber mit Blick auf das ganze Bundesland kein Einzelfall.

04.06.2020 Hund Bobby wurde aus dem Tierheim in Butzbach (Hessen) gestohlen.
Hund Bobby wurde aus dem Tierheim in Butzbach (Hessen) gestohlen. © Polizei

Katzen und Hunde vermisst: In Hessen verschwinden Haustiere spurlos

2019 gingen bei Hessens Polizei insgesamt 59 Strafanzeigen wegen mutmaßlich gestohlener Haustiere ein, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilt. Davon betrafen 37 Anzeigen Hunde, elf Katzen, sieben Anzeigen gingen wegen verschwundener Hasen ein. Auch im Nutz- oder Wildtierbereich wurden Fälle gemeldet: Die mit 126 meisten Anzeigen betrafen Fische, gefolgt von Schafen (18) und Vögeln (14). Nach Angaben des LKA listet die Statistik nur die Zahl der Anzeigen, nicht die der gestohlenen Tiere auf. Eine Dunkelziffer? Wahrscheinlich. Nur wenige Fälle sind so gut dokumentiert wie die folgenden.

In Hessen werden Tiere vermisst und gestohlen: Diebe von Tieren werden selten gefunden

In den meisten Fällen von vermissten Tieren in Hessen bleiben die Täter und Hintergründe unbekannt – doch es gibt Vermutungen, was dahinterstecken könnte. „In der Regel handelt es sich wohl um Einzelfälle, wenn Tiere aus Heimen entwendet werden“, sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Grundsätzlich sei es denkbar, dass es sich beim Verschwinden von Tieren in einigen Fällen auch um ein organisiertes, kriminelles Geschäft handeln könnte, da zum Beispiel der Handel mit Rassehunden durchaus sehr lukrativ sei. Von Beweisen für „solche kriminellen Handlungen im großen Stil“, sei ihr aber nichts bekannt.

Einige Täter versuchten wohl auch, auf diese Art an einen „Listenhund“ zu kommen, so Gerlach. Solch ein Tier ist auch der Staffordshire Bullterrier-Mischlings „Bobby“ Butzbach. Seinem ehemaligen Besitzer fehlte eine Erlaubnis, die als gefährlich eingestufte Hunderasse zu halten, deshalb musste er ihn abgeben. „Es soll auch Fälle gegeben haben, in denen der ehemalige Besitzer sich sein Tier zurückgeholt hat oder in denen sich ein Interessent nicht damit abfinden konnte, dass eine Vermittlung nicht zustande gekommen ist“, so Gerlach. Die Suche nach „Bobby" und den anderen verschwundenen Tieren aus Hessen geht weiter. (dpa/ag) *op-online, hna.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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