Reaktionen der Pendler auf den Busfahrerstreik  /  Umstieg auf Auto, Rad, E-Scooter und Taxi

Verständnis und Ärger

Busse stehen still: Wie lange die Pendler noch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen, ist unklar. Foto: dpa
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Busse stehen still: Wie lange die Pendler noch Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen, ist unklar. Foto: dpa

Offenbach – Seit gestern streiken die Fahrer der privaten Busbetriebe in der Region, wie lange der unbefristete Streik noch geht, ist bislang unklar.

Leidtragende sind tausende Pendler im Rhein-Main-Gebiet – doch wie gehen die Betroffenen damit um? Wir haben die Reaktionen von Nutzern gesammelt, die auf Facebook fleißig unsere Meldung zum Streik kommentiert haben.

Viele Betroffene machen dort ihrem Ärger Luft, einige äußern ihr Unverständnis über den Streik: „Wenn mal alle so zuverlässig und pünktlich wären, wie sie streiken. Der kleine Bürger darf wieder sehen, wo er bleibt, und wie er von A nach B kommt“, schreibt ein Nutzer. Er ist nicht der Einzige, der das Gefühl hat, der Arbeitskampf werde auf dem Rücken der Bürger ausgetragen: „Immer müssen die Kleinen drunter leiden. Wo gibt es so was, dass man mit dem Taxi zur Arbeit kommen muss, weil sonst verliert man seinen Job. Einfach nur toll“, macht ein anderer Betroffener seinem Unmut Luft.

Der überwiegende Teil äußert jedoch Verständnis für die Streikmaßnahme. So schimpft ein Nutzer über die Streik-Kritiker: „Armselig, wie man hier versucht, gegen den Streik zu wettern. Furchtbar, dieses Mimimi. Hauptsache die eigene Komfortzone passt. Nicht die Busfahrer sind schuld an der Misere. Die wollen lediglich ihre Familie ernähren können, und das ist ihr verdammtes Recht.“ Ein anderer kommentiert ebenfalls verständnisvoll: „Die Aufgabe der Streikenden ist es gerade nicht, den Transportbetrieb aufrecht zu erhalten. Das ist Aufgabe des Unternehmens. Zum Beispiel dadurch, dass man ein ordentliches Tarifangebot macht. Und ein Streik muss wehtun, ansonsten hätte er keine Wirkung.“

Einige Kommentatoren sehen die Verantwortung bei den bestreikten Unternehmen: „Man sollte nicht die Fahrer an den Pranger stellen, sondern die Arbeitgeber. Diese sind nicht gewillt, gerechte Löhne für gute und verantwortungsvolle Arbeit zu zahlen. Wünsche allen, dass sie gut von A nach B kommen.“ In vielen Beiträgen ist das Wort „Solidarität“ zu lesen, dementsprechend signalisieren die Verfasser auch die Bereitschaft, Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen: So legen einige Pendler kleinere Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurück. „Ich werde mir einen E-Scooter besorgen und damit bis zur S-Bahn fahren“, schreibt ein Betroffener.

Andere wiederum freuen sich über die Hilfe ihrer Mitmenschen: „Zum Glück hab ich den besten Nachbarn der Welt, der mich mitnimmt. Nur wie ich nach Hause komme – noch kein Plan. Verständnis habe ich dennoch für unsere Busfahrer/innen, von denen viel verlangt wird. Fahrgäste, die ihren An- und Verstand zuhause lassen, unverschämte Beschimpfungen, Beleidigungen, Angriffe... Es gibt auch unhöfliche unverschämte Busfahrer, die noch dazu rücksichtslos fahren, aber eher selten. Eine angemessene Bezahlung wäre wünschenswert! Das würde sicher auch zu mehr Motivation verhelfen.“

Einige Pendler haben das Glück, dass sie von Verwandten gefahren werden können, seien es die Eltern, oder wie in diesem Fall die Großeltern: „Wir haben Gott sei Dank einen tollen Opa, der die Mädels morgens zur Schule fährt, und wenn nötig auch wieder abholt!“  nb

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