Flüge fallen aus

Wasser, Schlamm und Geröll: Schwere Unwetter in Hessen

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Nach Starkregen und Hagelschlag ist ein Bach in Hetzerode über die Ufer getreten. Feuerwehren und Rettungskräfte sind in der Region im Einsatz und pumpen überflutete Keller leer und räumen Schlammlawinen.

Frankfurt/Limburg/Waldkappel - Wasser ohne Ende. Geröll und Hagel liegen dort, wo normalerweise Autos fahren. Der Norden Hessens hat nach zahlreichen Unwettern einen unruhigen Abend.

Schwere Gewitter haben Straßen und Keller im Norden Hessens unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen war am Sonntag nach Angaben von Feuerwehr und Polizei der Werra-Meißner-Kreis. Allein in der Gemeinde Waldkappel waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz. "Es herrscht Chaos hoch drei", sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle.

Laut Feuerwehr gab es Schlamm- und Hagellawinen. In mehreren Häusern habe sich der Hagel durch Türen und Fenstern gedrückt. "Die Keller standen voll damit", sagte Stadtbrandinspektor Carsten Degenhardt. Im Ortsteil Hetzerode wurde ein Auto von einer Schlammlawine eingeschlossen. Die beiden Frauen hätten sich retten können, berichtete Degenhardt. Der Schlamm habe bis zu den Scheiben gestanden. Zudem sei eine Bank gegen die Windschutzscheibe gedrückt worden, die daraufhin kaputt ging. Auf Bildern aus Hetzerode war zu sehen, wie Wasser durch die Straßen floss und Autos einschloss.

An anderen Stellen lag Hagel mehrere Zentimeter hoch. "Wir haben immens viele Einsatzstellen", berichtete die Rettungsleitstelle, die die Feuerwehreinsätze koordinierte. Viele Keller seien voll Wasser gelaufen, Straßen überspült worden. An einigen Stellen lagen Schlamm und Geröll auf den Fahrbahnen. Es gab etliche Sperrungen. Verletzt wurde zunächst niemand. Radlader und andere Fahrzeuge waren bis in die Nacht im Einsatz, um die Straßen wieder freizuräumen. Die Feuerwehr sprach von größeren Schäden, ohne eine genaue Höhe zu nennen. Mehrere Häuser waren zeitweise ohne Strom. Das Gewitter dauerte laut Degenhardt etwa 20 bis 30 Minuten. Dem Lagezentrum waren am Abend keine weiteren größeren Schäden durch Unwetter in Hessen gemeldet worden.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt fielen am Abend etliche Flüge aus. 66 Starts und Landungen seien annulliert worden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Es müsse mit Verspätungen gerechnet werden. Ob dies ausschließlich auf die gewittrige Wetterlage zurückzuführen war, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor schweren Gewittern gewarnt. Betroffen sei der Regierungsbezirk Kassel, teilten die Meteorologen mit. Sie sprachen von "extremen Gewittern", die auftreten könnten. Es wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. Am späten Abend gab es eine weitere Warnung vor schweren Gewittern in den Regierungsbezirken Darmstadt und Gießen.

Archivbilder

Unwetter: Bilder aus der Region

Auch im Kreis Limburg haben schwere Gewitter erhebliche Schäden verursacht. Die Bundesstraße 8 wurde so stark von Schlamm und Geröll überschwemmt, dass sie in der Nacht gesperrt werden musste, wie ein Sprecher der Polizei am Montagmorgen mitteilte.

Die Feuerwehr sei außerdem wegen vollgelaufener Keller ausgerückt. Die Sperrung der B8 werde wohl noch bis in den Vormittag andauern - Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Straßenmeisterei seien mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Betroffen ist ein knapp 900 Meter langer Abschnitt Bad Camberg und Selters (Taunus). Zwei Autos seien in der Nacht in den Abschnitt geraten, hätten sich aber selbstständig aus dem Schlamm befreien können.

In der Gemeinde Elz sei die Feuerwehr in der Nacht mehrfach wegen vollgelaufener Keller im Einsatz gewesen. In Selters habe ebenfalls eine Straße gesperrt werden müssen, die aber am Morgen wieder freigegeben werden konnte. (dpa)

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