Ministerin besucht DLG-Prüfzentrum

Wichtige Tests für die Bauern

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Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) ließ sich bei ihrem Besuch gestern auch ein Testgerät für Tiermatten erklären.

Groß-Umstadt - Das Gestänge dreht sich leicht und drückt immer wieder mit voller Wucht in ein Gemisch aus Sand, Kalk und Stroh. Darunter liegt eine Gummi-Gitter-Wabe für den Kuhstall, deren Langlebigkeit die Deutsche Landwirtschaftliche Gesellschaft (DLG) testet. Von Ira Schaible 

Das Gerät im Testzentrum in Groß-Umstadt simuliert die Dauerbelastung durch den Fuß einer 500 bis 600 Kilo schweren Kuh. Rund 1100 Produkte aus der Landwirtschaft und 3 500 Betriebsmittel werden jedes Jahr in dem Zentrum unter die Lupe genommen.

Sind die Bodenbeläge für die Laufgänge und Liegeboxen im Stall zu weich, kann die Kuh an ihren Gelenken Schwellungen bekommen. Auch der Abrieb der Matten wird daher genau untersucht. Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie Mischfutter gehören ebenfalls zu den Testobjekten. „Die meisten Prüfstände sind Unikate, die unsere Leute selbst gebaut haben“, sagt DLG-Geschäftsführer Reinhard Grandke anlässlich des Besuchs von Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne). Sein besonderer Stolz ist der Rollenprüfstand für Traktoren: Rund sieben Millionen Euro habe die vom Bund mitfinanzierte Anlage gekostet. „Das ist der weltweit führende Standort und Standard.“

Auf den Rollen in der Halle werden Kraftstoffverbrauch und Energieeffizienz von Traktoren untersucht. Die DLG-Prüfung besteht Grandke zufolge aus 14 Teilzyklen, die vom leichten Pflügen über das Miststreuen bis zur Bodenlockerung alle typischen Arbeitseinsätze simulieren. Etwa einen Tag dauere das Verfahren, sagt der Geschäftsführer der DLG TestService GmbH, Stefano Mastrogiovanni.

Auftraggeber der DLG-Tests seien die Hersteller, sagt Grandke. Vielen gehe es dabei nicht um das Marketing mit dem DLG-Prüfsiegel, sondern um einen Vergleich und die Verbesserung ihrer Produkte. 70 bis 80 Prozent der Tests erbrächten solche Hinweise.

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„Wenn ich in Technik investiere, helfen mir die Tests bei der Entscheidung“, sagt Öko-Landwirt Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. „Wir sind keine Marketinggesellschaft“, betont Grandke. Die Grundidee der vor 134 Jahren von dem Ingenieur und Autor Max Eyth zunächst in Berlin gegründeten DLG sei es vielmehr, Standards zu setzen. Zielgruppe sind neben Verbrauchern und Landwirten auch die Wissenschaft und die Industrie. Die nach dem Zweiten Weltkrieg in Hessen wieder gegründete DLG ist ein gemeinnütziger Verein mit rund 30.000 Mitgliedern. Davon seien fast 70 Prozent Landwirte, 1 100 Firmen sowie Lebensmittelprüfer und Verbraucher. (dpa)

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