Landrat stellt Bericht zur Situation an Grundschulen vor

Zahl der am Nachmittag betreuten Kinder steigt

Dietzenbach - Die zuverlässige Betreuung von Kindern auch während der Grundschulzeit ist wesentlicher Bestandteil einer familienfreundlichen Standortpolitik und gerade in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main unverzichtbar, sagte Landrat Oliver Quilling (CDU) anlässlich der Vorstellung des Berichts zur „Schulkindbetreuung im Schuljahr 2016/17“, der in der nächsten Sitzung dem Kreistag vorgelegt wird.

Das flächendeckende Betreuungsangebot an den Grundschulen im Kreisgebiet sei den seit Jahrzehnten hoch engagierten Fördervereinen und kommunalen Investitionen zu verdanken, sagte Quilling laut einer Mitteilung des Kreises Offenbach. Insgesamt seien aus öffentlichen Mitteln seit 2002 etwa 45 Millionen Euro in Betreuungsangebote geflossen, davon rund 5,8 Millionen Euro vom Kreis, rund 13 Millionen Euro von den Kommunen, der Rest aus Fördermitteln. Die Betriebskosten, die der Kreis für bestehende Betreuungseinrichtungen aufwendet, schlagen mit 1,5 Millionen Euro jährlich zu Buche, so Quilling.

Eine wichtige Erkenntnis aus dem nun vorliegenden Bericht sei, dass die Anzahl der Grundschulkinder, die am Nachmittag betreut werden, kreisweit wächst. So habe im Schuljahr 2016/2017 mittlerweile fast jedes zweite Kind (2016/17 45,5 Prozent, 2014/15 42,5 Prozent) das Betreuungsangebot an einer Grundschule in Anspruch genommen. Die Betreuungsquote der Grundschüler in allen Einrichtungen und Maßnahmen, neben der Schulkindbetreuung seien dies auch Hausaufgabenhilfe, Horte und altersübergreifende Angebote in Kindertageseinrichtungen, liege bei 56,4 Prozent. Insgesamt hätten im vergangenen Schuljahr rund 7 300 Kinder an einem nachmittäglichen Betreuungsangebot teilgenommen.

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„Es ist aber anzunehmen“, sagte Quilling, „dass der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen von Elternseite höher liegt. Darauf geben Wartelisten und die Nutzung alternativer Betreuungsformen, beispielsweise Großeltern oder Tagesmütter, klare Hinweise.“ Hinzu komme, dass ab dem kommenden Schuljahr Kinder jener Jahrgänge in die Grundschule kommen, die ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung hatten. Es sei zu vermuten, dass diese Familien ihre Lebensführung noch stärker auf ein verlässliches Betreuungsangebot stützten und auf Betreuung angewiesen seien.

Der Bericht zeige außerdem auf, dass sich die schulischen Ganztagsangebote im Vergleich zum letzten Bericht 2014/15 stetig weiterentwickelten. Ein wesentlicher Faktor für die Ausweitung des Betreuungsangebots und die Weiterentwicklung im Ganztag sei das Raumangebot. Hier gelte es in den kommenden Jahren, mit Schulen und Kommunen gemeinsam Nutzungsideen für vorhandene Räume zu entwickeln und langfristig Lücken zu schließen. (cm)

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