Sänger propagiere „Antisemitismus, Homophobie“

Zentralrat der Juden gegen Auftritt von Rapper Kollegah auf Hessentag

+
Rapper Kollegah

Rüsselsheim - Die geplante Rap-Nacht zum diesjährigen Hessentag in Rüsselsheim ist erneut in die Kritik geraten.

In einem "Offenen Brief" an die Stadt wendet sich der Zentralrat der Juden in Deutschland zusammen mit weiteren jüdischen Organisationen gegen den Auftritt des Rappers Kollegah. Der Sänger propagiere "Antisemitismus, Homophobie und Gewalt gegen Frauen" und rufe "zu Gewalt gegen Minderheiten und Schwächeren" auf, heißt es heute in dem Schreiben. "Geben Sie Kollegah keine Bühne." Nach Angaben des Zentralrats wurde der Brief heute per elektronische Mail abgeschickt. Die Stadt Rüsselsheim kündigte eine Reaktion an. Der Hessentag ist für Juni geplant.

In der Rap-Nacht sollen neben Kollegah auch Azad, Farid Bang, Eko Fresh sowie Lumaraa und Der Asiate auftreten. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Magistrat der Stadt Rüsselheim die Veranstaltung kritisiert. Das Gremium stoppte den Vorverkauf, weil Texte einiger Künstler als "sexistisch" und "frauenfeindlich" empfunden worden waren. Die Stadtverordnetenversammlung segnete die Veranstaltung dann aber mit der Begründung ab, dass ansonsten Fans ausgeschlossen seien. Die Rap-Nacht sei außerdem nur für Besucher ab 18 Jahren vorgesehen. (dpa)

Bilder: Eindrücke des 56. Hessentags in Herborn

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare