„Allerl-Ei“ für Augen und Gaumen dabei

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Katarzyna Göbel aus Groß-Zimmern zeigt die traditionellen schlesischen Ostereiermuster.

Otzberg - „Ich sehe etwas in der Natur wachsen und sammle dadurch Ideen für meine Kränze und Gestecke“, erzählt Brigitte Göllner aus Rodgau. „Natürlich freue ich mich, wenn die Leute es annehmen und ich ihren Geschmack getroffen habe.“ Von Verena Scholze

Göllner ist eine der Künstlerinnen, die ihre österliche Handwerkskunst auf dem Ostereiermarkt der Veste Otzberg ausstellt. Seit über zehn Jahren stellt Göllner ihre floristischen Gestecke her. „Ich mache es als Hobby“, so Göllner, „und stelle auf verschiedenen Märkten aus.“

Viele interessierte Besucher waren auf dem Ostereiermarkt der Veste Otzberg anzutreffen.

Die drei Wochenenden vor Ostern sind in diesem Jahr wieder für alle Sammler und Interessierten der Treffpunkt auf dem Otzberg. Eiermalerinnen und Maler, Kunsthandwerker und Künstler aus Hessen und angrenzenden Ländern zeigen die Herstellung der traditionellen Ostereiermuster. Ebenso geben die Künstler gerne Auskunft über das traditionelle Brauchtum.

Eine von ihnen ist Katarzyna Göbel aus Groß-Zimmern. „Ich kam vor Jahren über eine Bekannte zur Ostereierkunst. Sie gab mir Anregungen und ich versuchte mich zuerst an polnischen Mustern“, so Göbel. „Dann allerdings habe ich die traditionellen schlesischen Ostereiermuster entdeckt und bin seitdem bei diesen Mustern geblieben.“ Die schlesische Kunst ist für ihre mit Kratz- und Ritztechnik verzierten Ostereier bekannt. Die Muster, die aus Blättchen, Borten, Blumen und Ornamenten bestehen, werden von ihr mit einem einfachen Teppichmesser in die Eier gekratzt. Vorsichtig hält Göbel das Ei in den Fingern, unter ihren geschickten Fingern erkennt man in kurzer Zeit bereits die Motive. Dazu zieren althessische Ostersprüche die Eier. „Ich entwickle auch meine eigenen Muster“, verrät Göbel. Ihre neueste Kreation: barocke Eier. Hierzu nutzt sie gefärbte Strukturpaste, die auf den Eiern verteilt wird. Danach werden je nach Motiv Kügelchen oder Glitzersteine darüber gestreut.

Auch an den anderen Ständen findet der interessierte Besucher viele Kunstwerke. So kann man Häkelkunst nach japanischer Art entdecken. „Das sind Amigurumis“, erklärt Ursula Mende. „Japanische Fantasietiere mit großen Knopfaugen und überdimensionalen Köpfen oder Gliedmaßen.“

Bei der Kunststube Rauth stehen Elfenkinderostereier im Vordergrund. Diese Eier sind nach englischem Vorbild entstanden und werden nach Schablonenvorlage bearbeitet. Ganz fein ausgeschnitten, dazu mehrfach überklebt und lackiert, so erhalten diese Eier das für sie typische Relief. Eine weitere Attraktion sind die Lavendeleier, wunderbar duftend mit Lavendelblüten gefüllt. Eine ganz andere Art der Eier findet man bei der Konditorei Schmunck aus Groß-Bieberau. In der Auslage liegt Allerl-Ei für den Gaumen: Trüffelostereier und Osterschokolade, selbstverständlich aus eigener Herstellung. Geschmacksrichtungen wie Eierlikör, Tiramisu, Champagner und Kirschwasser verlocken die Besucher zum Innehalten und Probieren. „Sehr lecker“, schwärmt eine junge Besucherin und nascht den nächsten Trüffel aus ihrer Tüte. „Ich esse lieber herzhaft“, lächelt ihr Begleiter und gemeinsam gehen die beiden ins Korporalshaus. Dort sitzen bereits weitere Besucher gemütlich am alten Backofen und genießen die traditionelle „Grüne Sauce“.

Der Ostereiermarkt findet auch an diesem Wochenende (4./5. April) auf der Veste Otzberg statt. Geöffnet ist von 11 bis 18 Uhr.

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