Kleine Rennsemmeln

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Gedopter Italiener: Fiat 500 Abarth Esseesse mit 160 PS

Die Autohersteller backen kleine Brötchen. Genauer: Sie fertigen immer knackigere, kompakte Rennsemmeln – flink und wendig, dabei leicht und erschwinglich.

Wichtigste Voraussetzung für die Adelung flotter Kleinwagen zur Rennsemmel: Sie bieten für relativ wenige Euro ganz schön viele PS.

Hier die Hitliste der acht heißesten Kompakt-Racer unter 25 000 Euro. Renault Clio 16V 200, Fiat 500 Abarth Esseesse, Alfa Romeo MiTo 1.4 QV, Peugeot 207 RC 175 THP, Skoda Fabia RS, VW Polo GTI, Opel Corsa OPC, Seat Ibiza Cupra. Sie haben alle ein gutes Leistungsgewicht (schleppen also wenige Kilogramm Ballast pro PS mit sich herum). Sie leisten bis zu 201 PS, wiegen dabei schlimmstenfalls 1279 kg (beides der Renault Clio 16V 200) und kosten maximal 23 390 Euro (Seat Ibiza Cupra).

Kompakte Rennsemmeln unter 25 000 Euro

Kompakte Rennsemmeln unter 25000 Euro

Im Leistungsgewicht können sie mit bekannten Sportwagen nicht ganz mithalten. Der Star unter den Rennsemmeln heißt hier Opel Corsa OPC und hat zwar lediglich 6,27 kg pro PS auf den Rippen. Aber: Der Porsche 911 Turbo zum Beispiel hat brachiale 500 PS, die nur 1570 kg über den Asphalt katapultieren müssen. Leistungsgewicht: Zierliche 3,14 kg pro PS.

Chancenlos ist der knapp 148 727 Euro teure Porsche 911 Turbo dagegen im Preis-Leistungs- Index der Rennsemmeln. Mit 297 Euro für jedes PS zieht der Kanonenschlag aus Stuttgart gegenüber den kompakten Knallfröschen deutlich den Kürzeren. Selbst das Schlusslicht im Index, der Seat Ibiza Cupra, liefert jede Pferdestärke für vergleichsweise bescheidene 130 Euro. Gerade mal 20 600 Euro kostet der Fiat 500 Abarth Esseesse. Der gedopte schnukkelige Fiat 500 mit 160 PS schindet gewaltig Eindruck. Der 3,55 m kurze Italiener liegt satt auf der Straße und wieselt flink durch jede Kurvenkombination.

Konzernbruder Alfa Romeo MiTo 1.4 QV mit 170 PS setzt andere Schwerpunkte: Etwas größer und komfortabler, ein wenig teurer und ganz schön rassig. Peugeot darf beim Wettstreit der knackigsten Kleinwagen traditionell nicht fehlen. Der immerhin 175 PS starke 207 RC 175 THP liegt in Sachen Preis-Leistung gut im Rennen.

Kaum teurer: Der Skoda Fabia RS, der die markentypische Maxime „Viel Auto für wenig Geld“ auf eigene Art verkörpert. Voraussichtlich 122 Euro pro PS bedeutet in der Preis-Leistungs-Hitliste Platz 3. Die Rennsemmel aus Tschechien basiert auf derselben Rezeptur wie Konzernbruder VW Polo GTI: 180 PS aus 1,4 Liter Hubraum, dank Kompressor im Drehzahlkeller und Turbo bei höheren Umdrehungen liegt immer reichlich Drehmoment an. Der Polo ist von allen acht Kraftzwergen der genügsamste mit 5,9 Liter Normverbrauch.

Nicht ganz günstig, aber in Sachen Preis-Leistung vorne dabei: Der Opel Corsa OPC, mit 192 PS ein enorm fahraktives Geschoss für 23 100 Euro. Immerhin: Nur 120 Euro pro PS ist der zweitbeste Wert im Feld. Dafür glänzt der Seat Ibiza Cupra mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG. Er ist ein besonders flotter Feger im Feld.

Deutlicher als Plattform-Bruder VW Polo signalisiert sein aggressives Design: Hier sind geballte 180 PS jederzeit bereit für die Kurvenhatz. Der chilischarfe, rassige Spanier geht mit seinem TSI-Motor ab wie am Schnürchen und ist dabei absolut alltagstauglich. Mit 130 Euro pro PS zwar nicht ganz billig, aber dafür mit nur 6,49 kg/PS mit dem besten Leistungsgewicht nach Renault und Opel.

Die laut Index beste ist gleichzeitig die günstigste aller Rennsemmeln: Der Renault Clio 16V 200. Kostet 19 900 Euro, wiegt erträgliche 1279 kg, geht stolze 224 km/h Spitze und hat satte 201 PS.

Im Leistungsgewicht liegt der flotte Franzose zwar mit 6,36 kg pro PS nur im Mittelfeld, unschlagbar ist aber sein Preis-Leistungs- Verhältnis: Jedes Clio 16V 200-PS kostet läppische 99 Euro – Chapeau, Renault!

Ralf Schütze

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